netzeitung.deVogelgrippe-Impfstoff entwickelt

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Vogelgrippe-Impfung in Indonesien (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Vogelgrippe-Impfung in Indonesien
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Vogelgrippe konnte in Asien bislang nicht eingedämmt werden. Europa versucht sich mit Impfstoffen und der Abschottung des Geflügelmarktes gegen die vorrückenden Erreger zu schützen.

Deutsche Forscher haben einen Impfstoff gegen das Vogelgrippe-Virus entwickelt, der Hühner gegen die Subtypen H5 und H7 des Virus schützen kann. Die EU plant weitere Schutzmaßnahmen gegen die Tierkrankheit.

Der Impfstoff habe sich in ersten Versuchsreihen bewährt und Hühnern Immunschutz verliehen, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald mit. Er besteht aus einem abgeschwächten Geflügel-Herpesvirus, das die Tiere nicht mehr krank machen kann. Die Forscher fügten dem Herpesvirus ein Vogelgrippe-Gen hinzu, so dass es sowohl gegen Herpes als auch gegen Vogelgrippe immunisiert.

Bislang ist in Deutschland eine Impfung von Geflügel nicht erlaubt, unter anderem deshalb, weil sich geimpfte und infizierte Tiere schlecht auseinander halten lassen. Der neue Impfstoff ermöglicht nach Angaben der Forscher diese Unterscheidung. Vor einer Zulassung seien aber weitere Versuche notwendig.

In Südostasien grassiert zurzeit das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1. Der Erreger gelangte von dort bereits nach Russland und Kasachstan. Eine weitere Verbreitung hält das Bundesverbraucherministerium für möglich. Die Behörde forderte europaweit verstärkte Kontrollen gegen illegale Vogelimporte. «Nach wie vor gehen die Wissenschaftler davon aus, dass das größte Risiko in illegalen Tiertransporten steckt», sagte Staatssekretär Alexander Müller. Die Verbreitung mit Zugvögeln sei ebenfalls denkbar. «Es gibt ein gewisses Risiko, dass sich das Virus sukzessive Europa nähert.»

Das geplante einheitliche Einfuhrverbot der EU für lebende Vögel und für Federn aus der betroffenen Region könnte nach Ansicht des Staatssekretärs in dieser Woche umgesetzt werden. Dem Verbot sei von allen Mitgliedsländern zugestimmt worden, sagte er.

Die Bundesländer hatten den Import von Vögeln und Federn aus den entsprechenden Gebieten als Reaktion auf die Ausweitung der Vogelgrippe auf Russland und Kasachstan bereits gestoppt. Ein EU-Importstopp für lebendes Geflügel, Geflügelfleisch, Eier, alle anderen Vögel und unbehandelte Federn gilt bisher schon für China, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Nordkorea, Pakistan, Thailand und Vietnam. (nz)