Knochen im Körper nachgebildet
26.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Prasad Shastri von der US-amerikanischen Vanderbilt University in Nashville, Tennessee und seine Mitarbeiter führten ihre Versuche mit Kaninchen durch. Nahe des Schienbeins der Tiere schufen sie zunächst einen «Bioreaktor», also einen Raum, in dem der neue Knochen heranwachsen kann. Dazu spritzten sie eine Flüssigkeit zwischen das Schienbein und die darüber liegende Zellschicht. Die entstehende Höhle füllten sie mit einem Gel. Anschließend mussten die Forscher nur noch abwarten: Im Zuge der Wundheilung bildete sich in dem Bioreaktor neuer Knochen.
Nach sechs Wochen zeigte sich, dass das neu gebildete Gewebe die gleiche Festigkeit und Mineralisierung aufwies wie normal gewachsener Knochen. Zwischen dem neuen Knochen und dem alten gibt es zudem eine Art «Sollbruchstelle», so dass das neue Gewebe leicht zu entnehmen ist, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Die Wissenschaftler transplantierten dieses dann auf einen frischen Bruch am anderen Schienbein der Tiere. Anschließende Untersuchungen zeigten, dass sich der Ersatzknochen gut mit dem beschädigten Knochen verbindet.
Mit dem neuen Verfahren könnten diese Probleme umgangen werden, sagen die Forscher um Shastri. In ersten Versuchen sei es zudem gelungen, auch Knorpel in dem Bioreaktor zu züchten. Prinzipiell sei darüber hinaus denkbar, auch anderes Gewebe, etwa der Leber, auf diese Weise nachzuzüchten. (nz)

