14. Jul 2005 13:12
Gefressen haben Raubsaurier wohl nicht wie ein kleiner Vogel. Ihre Atmung und ihr gesamter Stoffwechsel könnten jedoch ähnlich gewesen sein.
Ein Forscherteam um Patrick O'Connor von der US-amerikanischen Ohio University in Athens hat die Knochen des auf Madagaskar gefundenen Raubsauriers Majungatholus atopus untersucht. Die Art gehört zur Gruppe der Theropoden, aus der die meisten bekannten Raubsaurier mit kräftigen Beinen und dagegen kleinen Vordergliedmaßen stammen. Die Wissenschaftler werteten zudem fossile Knochenfunde von weiteren Theropoden aus, die in Museen gelagert werden.Der Vergleich mit dem Skelett von mehr als 200 heute lebenden Vogelarten zeigte, dass das Atmungssystem der Dinosaurier ebenfalls Luftsäcke enthielt. Wie heute bei den Vögeln erstreckten sie sich auch in das Innere von Knochen. Anstelle eines einfachen Ein- und Ausatmens können Vögel mithilfe dieser Luftsäcke einen kontinuierlicheren Luftstrom durch ihre Lungen erzeugen und die Sauerstoffaufnahme ins Blut steigern. Diese Fähigkeit gilt als Grundlage ihrer hohen Stoffwechselrate und ihrer Warmblütigkeit.
Frühere Untersuchungen hatten auf ein Atmungssystem gedeutet, das eher dem der Krokodile gleicht. Ihre Studie zeige ein klareres Bild von der Lebensweise der Dinosaurier, sagte O'Connor dem Onlinedienst des Magazins «Nature». Neuere Untersuchungen belegten die Ähnlichkeit der ausgestorbenen Raubsaurier zu den heutigen Vögeln. Wahrscheinlich wuchsen sie ebenso schnell zur vollen Körpergröße heran und nahmen im Schlaf ähnliche Körperstellungen ein. Einige Arten trugen bereits ein Federkleid.«Die Studie ist Teil einer zunehmend stabilen Theorie, nach der Vögel im Wesentlichen Dinosaurier sind, nur kleiner», kommentiert der Londoner Paläontologe Paul Barrett die Schlussfolgerungen O'Connors und Claessens.