13.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Nachhaltiger Makrelenfang in England
Foto: WWF-Canon/Edward Parker
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Bestände der meisten Speisefischarten sind überfischt. Der WWF empfiehlt den Kauf von Produkten aus nachhaltiger Fischerei.
In deutschen Supermärkten sind Alaska-Seelachs-Produkte aus bestandserhaltender Fischerei erhältlich. Die Naturschutzorganisation WWF empfiehlt den Kauf dieser Produkte, die das blaue Fisch-Siegel des
Marine Stewardship Council (MSC) tragen.
Das Label steht nach Ansicht des WWF für einen verantwortungsvollen Umgang mit der natürlichen Ressource Fisch. Beim Fang müssen die Fischbestände und die Meeresumwelt geschont werden. Bestimmte Arten dürften nicht versehentlich mitgefangen werden. Zudem dürften die Fangmengen nur so hoch sein, dass die Fortpflanzung der Arten nicht beeinträchtigt wird.
Mit Alaska-Seelachs aus den USA wurde im Februar 2005 einer der weltweit wichtigsten Meeresspeisefische zertifiziert. Er macht hierzulande rund ein Drittel des gesamten Fischkonsums aus. Der WWF begrüßt, dass die Verbraucher mit Alaska-Seelachs nun neben anderen Fischsorten erstmals flächendeckend MSC-Produkte erwerben können.
«Drei Viertel aller Speisefische gelten als bis an ihre Grenzen befischt oder sogar überfischt» sagt Heike Vesper vom WWF. Das bedeute, dass die Versorgung mit Arten wie Kabeljau, Scholle und Seehecht gefährdet sei. «Mit dem Kauf von MSC-Produkten können die Verbraucher in Deutschland gegen den Ausverkauf der Meere aktiv werden und eine wichtige Komponente der menschlichen Ernährung langfristig sichern», sagt die Fischereireferentin.
Weltweit werden pro Jahr rund 80 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte gefangen. Das ist viermal mehr als noch vor rund 50 Jahren. Hochtechnisierte Fangflotten und eine verfehlte Fischereipolitik sind nach Ansicht des WWF dafür verantwortlich, dass der natürliche Reichtum der Meere bald ausgeschöpft sein könnte. (nz)