netzeitung.deAufreiten hält Hennen treu

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Hähne konkurrieren um die Treue der Weibchen. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hähne konkurrieren um die Treue der Weibchen.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei vielen Tierarten kommt es häufig zu vorgetäuschten Paarungen. Wozu die Show dient, die Hähne abziehen, haben Biologen jetzt untersucht.

Wenn sich ein Hahn mit einer Henne paart kommt es nicht immer zum Samenerguss. Doch allein das Aufreiten erhöht seine Chancen, der Vater des nächsten Kükens zu sein, haben Forscher jetzt nachgewiesen.

Tommaso Pizzari von der britischen University of Oxford hat weibliche Haushühner (Gallus gallus domesticus) mit «Keuschheitsgürteln» ausgestattet. Die Arbeitsgruppe um den Biologen konnte auf diese Weise zuverlässig zwischen dem Aufreiten und Paarungen unterscheiden, bei denen Samen übertragen wurde.

In der aktuellen Ausgabe des Magazins «Current Biology» berichten die Forscher, dass die Paarungen auch ohne Samentransfer die Treue der Weibchen verstärkten. Für zwei bis vier Tage nach dem Aufreiten ließen sich die Hennen kaum mit anderen Hähnen ein. Wenn es zur Paarung mit einem anderen Männchen kam, wurde deutlich weniger Samen übertragen, fanden die Biologen heraus.

Sie vermuten, dass das Aufreiten dazu dient, die Promiskuität der Hennen zu reduzieren. Die Hähne erhöhen ihre Chancen auf Vaterschaft, ohne sie bewachen zu müssen. Auch die Konkurrenz der Spermien unterschiedlicher Männchen im Genitaltrakt der Hennen wird auf diese Weise umgangen. Die Hähne können darauf verzichten, Samen mit Substanzen zu produzieren, die die Erfolgschancen der Spermien erhöhen. Diese Energieersparnis verschafft ihnen einen Vorteil im Wettbewerb um die Fortpflanzung, sagen die Wissenschaftler. (nz)