Vogelgrippe erreicht die Philippinen
08.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die Republik der Philippinen war das einzige südostasiatische Land mit einer großen Geflügelindustrie, in dem die Krankheit bislang nicht aufgetreten ist. Rund 300.000 Philippiner arbeiten auf Geflügelfarmen. Die Betriebe setzen jährlich etwa 150 Milliarden philippinische Peso (rund 2,2 Mrd. Euro) um. Das Virus ist am 29. Juni bei Routinetests entdeckt worden. Vermutlich haben Zugvögel die Enten infiziert, meldet die Agentur AP.
Am Mittwoch schloss in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur eine Konferenz zum Thema Vogelgrippe. Gesundheitsexperten der WHO, der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) und der World Organisation for Animal Health (OIE) haben einen Plan zur Eindämmung der Infektionskrankheit verabschiedet.
Ihre Strategie zielt auf die kleinen Betriebe, in denen es bislang zu den meisten Infektionen von Menschen kam. Die Farmer und ihre Familien sollen über die Infektionsrisiken aufgeklärt und ihre Arbeitsweise daran angepasst werden, teilte die WHO am Mittwoch mit. Innerhalb der Betriebe sollen die Tiere unterschiedlicher Arten getrennt gehalten werden. So könne verhindert werden, dass das Virus von Vögeln auf Schweine überspringt. Die Impfungen des Geflügels sollten fortgesetzt und Entschädigungen für Farmer bereitgestellt werden, die infizierte oder verdächtige Tiere melden.
Diese Maßnahmen könnten die betroffenen Länder alleine nicht finanzieren. Die Delegierten forderten daher die internationale Gemeinschaft auf, Mittel bereit zu stellen. «Die Kosten für diesen Aktionsplan sind nichts im Vergleich zu den finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer Grippe-Pandemie» sagte ein Vertreter der OIE. (nz)

