netzeitung.deVogelgrippe erreicht die Philippinen

 Herausgeber: netzeitung.de

Philippinische Regierungsvertreter essen demonstrativ Huhn. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Philippinische Regierungsvertreter essen demonstrativ Huhn.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Experten haben einen Plan zur Bekämpfung der Vogelgrippe verabschiedet. Unterdessen ist die Tierkrankheit in einem weiteren Land aufgetreten.

Auf den Philippinen sind die ersten Fälle von Vogelgrippe gemeldet worden. In der Stadt Calumpit nördlich der Hauptstadt Manila wurde das Influenza-Virus in Enten nachgewiesen. Jetzt wird untersucht, ob es sich um denselben Virenstamm handelt, der in Vietnam und Kambodscha auf Menschen übergesprungen ist, meldet der Onlinedienst der BBC.

«Es gibt keinen Grund für einen Alarm», sagte der philippinische Gesundheitsminister Francisco Duque in einem Fernsehinterview. Die Krankheit sei bei den infizierten Tieren bislang nicht ausgebrochen. Die Fälle seien auf eine «kleine, abgelegene Farm» beschränkt, sagte der Landwirtschafts-Minister des Landes, Arthur Yap. Es gebe zudem keine Hinweise darauf, dass es sich um eine hoch ansteckwende Form des Virus handelt.

Die Republik der Philippinen war das einzige südostasiatische Land mit einer großen Geflügelindustrie, in dem die Krankheit bislang nicht aufgetreten ist. Rund 300.000 Philippiner arbeiten auf Geflügelfarmen. Die Betriebe setzen jährlich etwa 150 Milliarden philippinische Peso (rund 2,2 Mrd. Euro) um. Das Virus ist am 29. Juni bei Routinetests entdeckt worden. Vermutlich haben Zugvögel die Enten infiziert, meldet die Agentur AP.

Die World Health Organization (WHO) hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass sich der Erreger der Tierkrankheit zu einer für Menschen weit gefährlicheren Form entwickeln könnte. Bislang wurden in Asien 108 Menschen mit dem Influenza-Virus H5N1 infiziert. 54 Menschen starben nach Angaben der WHO an der Krankheit.

Am Mittwoch schloss in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur eine Konferenz zum Thema Vogelgrippe. Gesundheitsexperten der WHO, der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) und der World Organisation for Animal Health (OIE) haben einen Plan zur Eindämmung der Infektionskrankheit verabschiedet.

Ihre Strategie zielt auf die kleinen Betriebe, in denen es bislang zu den meisten Infektionen von Menschen kam. Die Farmer und ihre Familien sollen über die Infektionsrisiken aufgeklärt und ihre Arbeitsweise daran angepasst werden, teilte die WHO am Mittwoch mit. Innerhalb der Betriebe sollen die Tiere unterschiedlicher Arten getrennt gehalten werden. So könne verhindert werden, dass das Virus von Vögeln auf Schweine überspringt. Die Impfungen des Geflügels sollten fortgesetzt und Entschädigungen für Farmer bereitgestellt werden, die infizierte oder verdächtige Tiere melden.

Diese Maßnahmen könnten die betroffenen Länder alleine nicht finanzieren. Die Delegierten forderten daher die internationale Gemeinschaft auf, Mittel bereit zu stellen. «Die Kosten für diesen Aktionsplan sind nichts im Vergleich zu den finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer Grippe-Pandemie» sagte ein Vertreter der OIE. (nz)