netzeitung.deZugvögel verbreiten Vogelgrippe

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Streifengänse könnten das Vogelgrippe-Virus entlang ihrer Wanderrouten verbreiten. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Streifengänse könnten das Vogelgrippe-Virus entlang ihrer Wanderrouten verbreiten.
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In einem Naturschutzgebiet in China grassiert die Vogelgrippe. Zugvögel könnten das Virus ins südliche Asien oder nach Europa einschleppen, fürchten Experten.

Chinesische Forscher haben nachgewiesen, dass der Erreger der Vogelgrippe unter Wildvögeln verbreitet ist. Entgegen früherer Annahmen können sich die Vögel gegenseitig anstecken. Der Ausbruch der Krankheit könnte zu ihrer weltweiten Verbreitung führen, sagen die Wissenschaftler.

Yi Guan von der chinesischen University of Hong Kong hat mit Kollegen 33 verschiedene Varianten des Influenza-Virus H5N1 bei Streifengänsen, Braunkopfmöwen und Fischmöwen nachgewiesen. Schwärme dieser Vögel halten sich im Frühling und Sommer im Naturschutzgebiet um den Qinghai-See im Westen Chinas auf.

Im Frühjahr wurden dort erkrankte Streifengänse beobachtet. Nur drei Wochen später waren bereits mehr als 1500 Vögel gestorben. Bislang ging man davon aus, dass sich Wildvögel nur bei infiziertem Geflügel in menschlicher Haltung angesteckt haben. Der Ausbruch der Krankheit am Qinghai-See zeigt jedoch, dass die Krankheit auch innerhalb der Wildvögel-Bestände verbreitet werden kann.

Verbreitung entlang Wanderrouten
Zum Überwintern wandern die Zugvögel von dort ins südlich gelegene Myanmar und bis nach Indien. Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» berichten, besteht die Gefahr, dass sie das Virus entlang ihrer Wanderrouten verbreiten. Auf diese Weise könnte die Tierkrankheit bis nach Europa gelangen.

Guans Team fordert strengere Überwachung von Geflügelbeständen in landwirtschaftlichen Betrieben. Wenn das Virus einen Bestand infiziert hat, mache das die Eindämmung nach der bisherigen Erfahrung fast unmöglich, schreiben die Forscher.

Nach der Analyse des Teams um Guan sind sich die isolierten Varianten des Virus genetisch sehr ähnlich. Sie unterschieden sich aber deutlich von denen, die Menschen in Vietnam und Thailand infizierten. Eine Ansteckung von Menschen sei jedoch nicht ausgeschlossen.

Ein weiteres Forscherteam um den chinesischen Forscher Jinhua Liu hat ebenfalls Influenza-Viren untersucht, die es von erkrankten Vögeln aus dem Naturschutzgebiet isoliert hatte. In einer Online-Veröffentlichung des Magazins «Science» berichten die Wissenschaftler, dass die Erreger Merkmale hoch ansteckender Varianten aufwiesen. Gezielt infizierte Hühner starben innerhalb von zwanzig Stunden. Auch Mäuse überlebten die Infektion nicht.

Globale Bedrohung
Dass solche hoch ansteckenden Varianten unter den Wasservögeln verbreitet seien, zeige, dass das Virus eine globale Bedrohung werden könne. Der Qinghai-See ist nach Lius Angaben das Brutgebiet von Zugvögeln, die zum Überwintern nach Südostasien, Sibirien, Australien und Neuseeland wandern.

Nach Angaben der World Health Organization sind in Asien bislang 108 Menschen infiziert worden. In 54 Fällen verlief die Krankheit tödlich. (nz)


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier