netzeitung.deExperten warnen vor Vogelgrippe-Pandemie

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Säuberung nach einem Vogelgrippe-Ausbruch auf einer Hühnerfarm in Kambodscha (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Säuberung nach einem Vogelgrippe-Ausbruch auf einer Hühnerfarm in Kambodscha
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Vogelgrippe-Epidemie in Asien betrifft bislang vor allem Tiere. Doch die Gefahr für Millionen Menschen besteht fort, sagen Mediziner.

Auf einer Konferenz in Malaysia warnen Gesundheits-Experten vor einer möglichen weltumspannenden Vogelgrippe-Epidemie. Ohne Hilfe aus westlichen Ländern könnte die Krankheit nicht eingedämmt werden.

«Zweifellos befinden wir uns in einer beängstigenden Lage», zitiert die Agentur dpa Shigeru Omi. Wie der Leiter der World Health Organization (WHO) für die Region West-Pazifik am Montag in Kuala Lumpur mitteilte, habe die Krankheit in den vergangenen sechs Monaten die Region weiter unter Druck gesetzt.

In der malaysischen Hauptstadt beraten auf einer dreitägigen Konferenz Experten der WHO, der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) und der World Organisation for Animal Health über die Eindämmung der Infektionskrankheit. Schwerpunkt ihrer Strategie ist der Schutz von Farm- und Marktmitarbeitern, die mit infizierten Vögeln in Berührung kommen, und die Vorbereitung von Medizinern und Veterinären auf einen Ausbruch.

Wie die WHO mitteilte, besteht die Gefahr einer Pandemie fort. Erstmals hatte die Organisation im Januar des vergangenen Jahres vor der möglichen Ausbreitung der Krankheit in der Weltbevölkerung gewarnt. Zur Zeit untersuchen Experten der Organisation Anzeichen, nach denen das Virus häufiger von Mensch zu Mensch weitergegeben wird. Dafür sprechen ein milderer Verlauf der Krankheit bei Menschen unterschiedlichen Alters und das Auftreten mehrerer Fälle an gleichen Orten zur gleichen Zeit.

Sollte das Virus auf einen Menschen übertragen werden, der bereits mit einem Menschen befallenden Influenza-Virus infiziert ist, könnte eine Mischform der beiden Erreger entstehen. Diese könnte leichter von Mensch zu Mensch übertragbar sein und eine Pandemie verursachen warnt, die WHO. Ihr würden weit mehr Menschen zum Opfer fallen als dem Ausbruch der Lungenkrankheit SARS vor zwei Jahren.

Einen Vogelgrippe-Impfstoff für Menschen gibt es bislang nicht. Dennoch scheint das anhaltende Auftreten der Krankheit die westlichen Nationen nicht zu beunruhigen, sagte der regionale WHO-Sprecher Peter Cordingley der BBC. «Wir wissen nicht, wie viele Menschen daran sterben würden, aber wir können erwarten, dass es sehr viele sind», zitiert die BBC Coedingley. Außerdem seien große wirtschaftliche Schäden zu erwarten.

Seit Mitte Dezember 2004 gab es nach Angaben der WHO weltweit 64 Erkrankungen und 22 Todesfälle. 60 Menschen erkrankten in Vietnam, vier in Kambodscha. Weltweit gab es bislang 108 Fälle, von denen jeder zweite tödlich verlief.


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier