25. Jun 2005 18:19
Ärzte haben bei Überlebenden der Flutkatastrophe eine unbekannte Infektion festgestellt. Sie nannten die Krankheit «Tsunami-Lunge». Bei einigen Patienten führte sie zur Lähmung.
Im «New England Journal of Medicine» ist der Fall einer 17-Jährigen dokumentiert, die in der indonesischen Provinz Banda Aceh von der Flutwelle erfasst und einen Kilometer weit mitgerissen wurde. Zwei Wochen später wurde bei dem Mädchen eine Lungenentzündung diagnostiziert. Nach einer weiteren Woche zeigte seine rechte Körperhälfte erste Anzeichen von Lähmung, schließlich konnte das Mädchen nicht mehr sprechen und nur mit Mühe schlucken. Der rechte Arm und das rechte Bein waren nun vollständig gelähmt. Auf dem amerikanischen Lazarettschiff «USNS Mercy» wurde ihr Brustkorb leergepumpt, in dem sich eine gelbe Flüssigkeit fand. Nachdem die Ärzte mehrere Medikamente ausprobiert hatten, gewann die Patientin allmählich ihre Bewegungsfähigkeit zurück. Inzwischen kann sie wieder ohne Hilfsmittel laufen.«Ohne die Behandlung, die sie an Bord der 'Mercy' erhalten hat, wäre sie höchstwahrscheinlich an den Komplikationen ihrer aus dem Tsunami resultierenden Lungenentzündung gestorben», sagte der Militärarzt Stephen Ferrara der Nachrichtenagentur AP. Bei dem Erreger handele es sich vermutlich um ein Bakterium, das in die Blutbahn eindringe und so dass Nervensystem angreife.