22.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Späte Schwangerschaft gefährdet Mutter und Kind
Mehr und mehr Frauen entscheiden sich dafür, erst spät im Leben ein Kind zu bekommen. Doch das Risiko von Komplikationen ist hoch.
In den Jahren 2000 bis 2002 war jede zehnte erstmals schwangere Frau in Großbritannien älter als 35 Jahre. Auf dem Jahreskongress der
Europäischen Gesellschaft für Humanreproduktion und Embryologie in Kopenhagen, Dänemark, berichtete ein Mediziner jetzt über die Risiken der späten Schwangerschaft.
In den Jahren zwischen 1988 und 1990 habe der Anteil der werdenden Mütter im Alter über 35 Jahren nur drei Prozent betragen, sagt Michael de Swiet vom Londoner
Queen Charlotte's Hospital. Das größte Risiko für Frauen, die sich in diesem Alter entschließen, Mutter werden zu wollen, sei Unfruchtbarkeit. Kommt es zur Schwangerschaft, besteht die Gefahr von Fehlgeburten. Bei Frauen im Alter von 42 Jahren endet mehr als jede zweite Schwangerschaft vorzeitig mit dem Verlust des Kindes.
Doch auch die Mütter setzten sich Risiken aus. Alle Ursachen der Muttersterblichkeit treten in höherem Alter mit größerer Wahrscheinlichkeit auf, sagt de Swiet. Besonders das Risiko von tödlichen Lungenembolien sei bei 35-jährigen Schwangeren fast hundertmal höher als bei 20-jährigen. Ältere Schwangere seien zudem besonders anfällig für den «Leidensfaktor», wie der Mediziner ihn nennt. Ältere werdende Mütter würden allein durch die Schwangerschaft müde und krank. Sie litten häufig an Luftnot, niedrigem Blutdruck, Ohnmachten und Herzrasen, sagt de Swiet.
Der Mediziner empfiehlt Frauen ihre Kinder im Alter zwischen 25 und 35 Jahren zur Welt zu bringen. Im Alter zwischen 35 und 45 bestünden Risiken von Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten und Chromosomen-Mutationen beim Kind. Eine Schwangerschaft im Alter von über 45 Jahren sei nur etwas für «die Gesunden und die Reichen». (nz)