08.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Das ist alles nur gespielt: Orgasmus-Szene aus dem Musical 'Harry und Sally'
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein Forscherteam hat untersucht, warum viele Frauen beim Geschlechtsverkehr nur selten einen Orgasmus haben.
Wie leicht eine Frau beim Sex allein oder zu zweien zum Orgasmus kommt, hängt zum Teil von ihrer genetischen Veranlagung ab. Das ergab eine Analyse des Erbguts und eine Befragung von Zwillingsschwestern in Großbritannien. Diese Eigenschaft von Frauen könnte in der Evolution dazu beigetragen haben, die richtigen Männer auszusuchen.
Das Forscherteam um Tim Spector vom
St. Thomas Hospital in London befragte mehr als 4000 weibliche Zwillinge zu sexuellen Problemen. Jede dritte Frau gab an, beim Sex nur selten oder nie zum Höhepunkt zu kommen. Nur etwa jede Zehnte hat jedes Mal einen Orgasmus, bei Männern sind es dagegen mehr als 98 Prozent, berichten die Forscher im Journal «Biology Letters» der britischen
Royal Society.
Warum diese Unterschiede zwischen Mann und Frau und zwischen Frauen bestehen, sei unklar, sagen die Forscher. Ihre Studie belege jedoch, dass es einen genetischen Einfluss gibt, der weiter erforscht werden sollte. «Wir haben heraus gefunden, dass etwa 34 bis 45 Prozent der Unterschiede bei der Orgasmus-Fähigkeit mit der genetischen Veranlagung erklärt werden können», sagte Spector dem Onlinedienst der BBC.
Auswahl-WerkzeugDie entscheidenden Gene im menschlichen Erbgut zu finden würde allerdings Jahre erfordern, da es sich um Hunderte handeln könnte. Die Entwicklung von Orgasmus-förderlichen Medikamenten erscheint daher schwierig.
Auf die Evolution des Menschen könnten sich die Schwierigkeiten durchaus positiv auswirken. Der weibliche Orgasmus könnte als Auswahl-Werkzeug für Männer dienen, vermuten die Forscher. Wenn sich ein Mann «im Bett oder in der Höhle» als stark und bedächtig genug erweise, eine Frau zum Höhepunkt zu bringen, komme er eher als Langzeit-Partner und Vater für Nachkommen infrage, sagt Spector. (nz)