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Neuer Riesendinosaurier entdeckt

02. Jun 2005 10:11
Die Ausgrabungsarbeiten in Patagonien
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In Argentinien wurden fossile Überreste eines Sauropoden gefunden. Doch der neue Vertreter passt nicht recht in das Bild von den langhalsigen Riesendinosauriern.

In Argentinien haben Paläontologen versteinerte Knochen einer bislang unbekannten Sauropoden-Art ausgegraben. Der Fund belegt, dass nicht alle Vertreter dieser Riesendinosaurier den gleichen Körperbau hatten.

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«Als wir feststellten, wie kurz die einzelnen Halswirbel wirklich waren, konnten wir es zuerst gar nicht glauben - es widersprach einfach jeder Vorstellung eines Sauropoden», sagt Oliver Rauhut. Ein Forscherteam um den Münchener Paläontologen hat in der argentinischen Provinz Chubut die Knochen des bei weitem kurzhalsigsten Langhalssauriers entdeckt, der bisher gefunden wurde.

Diese Gruppe der Dinosaurier galt als anatomisch konservativ, es gibt bei den verschiedenen Vertretern nur geringe Variationen des Grundbauplanes: Vier säulenartige Beine tragen einen massigen Körper mit einem langen Schwanz und einem stark verlängerten Hals. Er wurde bei einigen Formen viermal so lang wie die Rückenwirbelsäule.

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In der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» beschreiben die Forscher nun die neue Brachytrachelopan mesai genannte Art. Der Hals dieser Tiere war deutlich kürzer als ihre Rückenwirbelsäule. Das sei eine bei den Sauropoden einmalige Anpassung, teilte die Universität Bonn mit, die die Forschergruppe «Biologie der sauropoden Dinosaurier: Die Evolution des Gigantismus» koordiniert.

Die Fundstücke und ein Schema des Körperbaus der neu entdeckten Art
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Die Abweichung vom typischen Körperbau deute darauf hin, dass sich Brachytrachelopan in seiner Lebensweise deutlich von anderen Sauropoden unterschied. Die Forscher vermuten, dass diese Art bei der Auswahl ihrer Futterpflanzen wählerischer war und sich auf eine bestimmte Wuchshöhe spezialisiert hatte. Dafür spricht auch die für einen Sauropoden geringe Körpergröße von zehn Metern oder weniger.

«Die Spezialisierung auf eine bestimmte Futterquelle könnte das Größenwachstum dieser Tiere begrenzt haben», sagt Rauhut. Die geringe Nahrungsspezialisierung und der lange Hals anderer Sauropoden könnten dagegen Voraussetzungen für ihren Gigantismus gewesen sein.

«Es scheint, dass die Sauropoden erfolgreicher und anpassungsfähiger waren, als man gemeinhin angenommen hat», sagt Rauhut. Diese Gruppe pflanzenfressender Riesendinosaurier trat zuerst vor etwa 150 Millionen Jahren auf. Dann habe sie sich schnell in weiten Teilen der Welt verbreitet, sagen die Forscher. Zu dieser Zeit veränderte sich die Welt aufgrund des Auseinanderbrechens des Superkontinentes Pangäa rasch. Die Sauropoden entwickelten daher eine große anatomische Vielfalt. (nz)

 
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