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Fernanalyse für Erdbeben

23. Mai 2005 12:14
Zerstörungen durch das Sumatra-Beben in Banda Aceh, Indonesien
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Potsdamer Forscher haben ein System entwickelt, das in kurzer Zeit Aussagen auch über weit entfernte Erdbeben liefert.

Am 26. Dezember des vergangenen Jahres bebte der Meeresboden des Indischen Ozeans vor Sumatra. Zwölf Minuten nach Beginn des Bebens zeichneten die Messstationen des etwa 9000 Kilometer entfernten German Regional Seismic Network (GRSN Deutsches Regionales Seismisches Netzwerk) die seismischen Wellen auf.

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Geowissenschaftler der Universität Potsdam haben nun eine Methode entwickelt, die es erlaubt, anhand solcher Daten die räumliche und zeitliche Ausbreitung des Bruchvorgangs zu vermessen. Sie stellen sie in der Online-Ausgabe des Magazins «Nature» vor.

Im Falle des Sumatra-Bebens konnten Frank Krüger und Matthias Ohrnberger zeigen, dass sich der gesamte Bruchvorgang über eine Länge von 1150 Kilometern erstreckte und insgesamt 480 Sekunden dauerte. Die Wissenschaftler konnten für dieses Erdbeben erstmals auch den Verlauf der Bruchfront bestimmen.

Ihre Methode sei zur Beobachtung sehr großer Erdbeben mit komplexen Seismogrammen geeignet, teilten die Forscher mit. Ihre große Stärke im Vergleich zu Standardmethoden sei die Schnelligkeit. «Da die Technik simpel und online-fähig ist, ermöglicht sie im Fall schwerer Beben eine verlässliche Diagnose aus der Ferne nach etwa 25 bis 30 Minuten», sagt Frank Krüger. Sie könnte damit zur weltweiten Tsunami-Überwachung beitragen.

 
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