netzeitung.deKombi-Impfstoff gegen Pest gefunden

 Herausgeber: netzeitung.de

Die bakteriellen Erreger der Pest (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die bakteriellen Erreger der Pest
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Pest-Bakterien könnten als biologische Waffe eingesetzt werden. Jetzt haben Mediziner einen Schutz vor der schwersten Form der Krankheit gefunden.

US-amerikanische Forscher haben einen Impfstoff entwickelt, der Mäuse drei Monate lang vor der Lungenpest schützt. Die Kombination zweier Wirkstoffe könnte auch Menschen vor der Seuche schützen.

Wie der leitende Forscher Steven Mitzel von der Wake Forest University jetzt auf einer medizinischen Tagung berichtete, musste sein Team zunächst einen Rückschlag hinnehmen. Die Impfung von Mäusen mit einem Protein des Pesterregers Yersina pestis zeigte geringe oder gar keine Wirkung. Das Immunsystem der Tiere bildete nicht genügend Antikörper gegen die Bakterien aus.

Als die Forscher dem Impfstoff Flagellin, ein weiteres Protein von anderen begeißelten Bakterien, beimengten, fiel die Immunantwort jedoch 500.000 mal stärker aus. «Der Zusatz von Flagellin ergibt einen Impfstoff, der gegen die schwerste Form der Krankheit schützt: die Lungenpest», sagt Mizel. Bei Affen habe der Impfstoff keine Nebenwirkungen wie Fieber hervorgerufen. Die Forscher wollen nun testen, ob er den dem Menschen näher verwandten Tieren auch Immunschutz verleiht.

Sollte er sich als wirksam erweisen, könnten erste Tests an Menschen durchgeführt werden. Der besondere Vorteil für die Testpersonen dabei: der Impfstoff wird in die Nase geträufelt, eine Injektion ist nicht notwendig.

Je nachdem, wie der Mensch angesteckt wurde, verlaufen Pest-Erkrankungen unterschiedlich. Werden die bakteriellen Erreger eingeatmet, entsteht die Lungenpest. Sie tritt meist schon nach ein bis zwei Tagen etwa durch Atemnot und Husten in Erscheinung. Unbehandelt verläuft die Lungenpest tödlich, die Betroffenen sterben meist zwischen dem zweiten und fünfen Krankheitstag. (nz)