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Gen lässt Cannabis-Raucher psychotisch werden

10. Mai 2005 10:54
'Legalize-it'-Demonstranten in den USA
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Konsum von Marihuana oder Haschisch kann der geistigen Gesundheit schaden. Doch das Aufhören fällt gerade häufigen Konsumenten schwer.

Ein Gen ist für den Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum im Jugendalter und späteren psychotischen Störungen verantwortlich. Das Risiko ist mit der Wahrscheinlichkeit vergleichbar, mit der ein tägliches Päckchen Zigaretten zu Lungenkrebs führt.

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Wie eine Langzeit-Studie an rund 1000 Personen in Neuseeland zeigt, ist eine Variante des so genannten Catechol-O-Methyltransferase-Gens (COMT) für die besondere Gefährdung der Cannabis-Konsumenten verantwortlich. Das Psychosen-Risiko der Träger dieser Erbanlage unter ihnen ist fast elffach erhöht, berichtet das internationale Forscherteam in der Fachzeitschrift «Biological Psychiatry».

Das COMT-Gen ist maßgeblich an der der Produktion von Dopamin beteiligt. Diesem Hirnbotenstoff wird eine entscheidende Rolle bei Schizophrenie-Erkrankungen zugerechnet, teilten das Institut Ranke-Heinemann und der Australisch-Neuseeländische Hochschulverbund mit. «Unsere Ergebnisse erklären, warum der Konsum von Cannabis bei bestimmten Personen gravierende Folgen hat, während die meisten Konsumenten keine Schäden davontragen», sagt der leitende Forscher Richie Poulton von der neuseeländischen University of Otago.

Mehr im Internet:
Die Psychosen-Gefährdung könnte Jugendliche veranlassen, sich dass Rauchen von Marihuana oder Haschisch abzugewöhnen. Dabei werden sie ähnliche Entzugserscheinungen erfahren wie Ex-Zigaretten-Raucher oder gar ehemalige Kokain-Konsumenten, berichtet ein Forscherteam von der kanadischen University of Vermont. Teenager, die den Cannabis-Konsum einstellen, müssen mit den gleichen Symptomen rechnen wie Erwachsene. Dazu gehören Angstgefühle, Reizbarkeit und Aggression, zeigte die Befragung von 72 jugendlichen Cannabis-Konsumenten.

«Wir haben eine große Variabilität des Auftretens und der Schwere der Symptome beobachtet», sagt Ryan Vandrey, einer der Wissenschaftler. Es sei jedoch deutlich geworden, dass die Mehrheit der täglichen oder fast täglichen Konsumenten von Cannabis mit Entzugserscheinungen rechnen müssten. Die Forscher wolle nun weiter untersuchen, welche Auswirkungen das auf das «Aufhören» habe. (nz)

 
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