09.05.2005
Herausgeber: netzeitung.de
HI-Viren
Foto: Université Louis Pasteur
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit den Waffen der Körperabwehr ist HIV nur kurzzeitig in Schach zu halten. Antikörper könnten aber Ansteckungen verhindern.
Antikörper können gegen das Aids-auslösende HI-Virus eingesetzt werden. Zur Behandlung infizierter Patienten sind diese Abwehrproteine wahrscheinlich nicht geeignet, aber mit ihrer Hilfe könnte ein Impfstoff entwickelt werden, sagen Schweizer Forscher.
Ein Team um Alexandra Trkola von der
Universität Zürich hat drei Sorten künstlich vervielfältigter Antikörper auf ihre Wirksamkeit gegen HIV getestet. Antikörper sind Proteine, die Fremdkörper wie Viren binden können. Das HI-Virus 1 entzieht sich diesen Angriffen jedoch durch Veränderung seiner Oberflächenstrukturen.
Die Mediziner spritzten die Antikörper einmal wöchentlich acht HIV-infizierten Patienten und sechs weiteren Patienten, bei denen sich bereits die Immunschwäche Aids entwickelt hatte. Die Personen erhielten während der Untersuchungszeit keine weiteren Medikamente gegen HIV.
Bei einigen der Patienten konnte das Virus mithilfe der Antikörper unterdrückt werden, berichten die Mediziner in der Juni-Ausgabe des Magazins «Nature Medicine». Doch der Behandlungserfolg war nur von kurzer Dauer. Das Virus mutierte und vermehrte sich erneut.
Zur Behandlung der Immunschwäche sind Antikörper demnach nicht geeignet. Aber wenn es gelänge, sie in großer Menge herzustellen, könnten sie Teil einer vorbeugenden Behandlung gegen die Infektion werden, sagen die Forscher. (nz)