netzeitung.deMalaria-Vorsorge: Region entscheidend

 Herausgeber: netzeitung.de

Wer sich sicher vor Malaria schützen möchte, kommt um Medikamente nicht herum. Je nach Ansteckungsgefahr und Region müssen die Mittel schon vor Reisebeginn eingenommen werden.

Ob Touristen sich vorbeugend mit Medikamenten gegen Malaria schützen müssen, hängt unter anderem vom Zeitpunkt der Reise ab. Herrscht in dem Urlaubsgebiet in den Tropen gerade Regenzeit, ist die Gefahr einer Ansteckung vergleichsweise hoch, sagte Siegrid Ley vom Deutschen Grünen Kreuz (DGK). Gegebenenfalls müssen schon vor Reiseantritt Medikamente eingenommen werden.

Aufwand und Nutzen abwägen
Zwar gibt es auch Präparate, die kurzfristig wirken und nur dann eingenommen werden, wenn es während einer längeren Reise für kürzere Zeit in ein Malaria-Gebiet geht. Wer sich in einer betroffenen Region nur für einen Ausflug aufhält, kann auf medizinische Vorbeugemaßnahmen aber auch verzichten.

«Man muss Aufwand und Nutzen abwägen», erklärt Medizinerin Ley. So haben die verschiedenen Malaria-Präparate Nebenwirkungen, die von kurzzeitigen Beeinträchtigungen des Bewusstseins bis zum Auslösen von psychischen Problemen reichen.

Resistenzen
Außerdem nimmt mit der Verwendung von vorbeugenden Medikamenten auch die Resistenz von Erregern gegen solche Mittel zu. Das Problem trifft dann vor allem die einheimische Bevölkerung, die sich einen dauerhaften Schutz durch Medikamente nicht leisten kann.

Schutz nur durch Medikamente
Reisende in betroffenen Gebieten können sich aber nicht nur durch Medikamente schützen. Da die für die Übertragung der Malaria verantwortliche Anophelesmücke nachtaktiv ist, sollte die eigene Schlafstätte mit einem Moskitonetz geschützt werden. Ebenso ist es wichtig, nach Einbruch der Dunkelheit langärmelige Oberbekleidung sowie lange Hosen zu tragen.

Mindestens zehn Tage
Besonders im Fall von Touristen erschwert der Krankheitsverlauf der Malaria eine frühzeitige Diagnose: Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt mindestens zehn Tage. «Da sind viele Urlauber schon wieder zu Hause», erklärt Siegrid Ley. Zu den typischen Symptomen gehört plötzlich auftretendes Fieber, das im regelmäßigen Abstand von zwei, drei oder vier Tagen ebenso schnell wieder verschwindet und erneut auftritt. Oft sind mit der Malaria zunächst Symptome wie bei einer Grippe verbunden.

Hinweis an den Arzt
Wer mit diesen Beschwerden zum Arzt geht, muss dem Mediziner unbedingt von seiner Reise erzählen, auch wenn diese schon mehrere Wochen zurückliegt. «Sonst kommt der Arzt nur schwer zur richtigen Diagnose - Malaria», sagt Ley. In der Regel lässt sich die Malaria voll ausheilen. (nz)