03.05.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die Anopheles-Mücke überträgt Malaria
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bis zu 500 Millionen Menschen infizieren sich jedes Jahr mit Malaria, eine Million Menschen sterben an der Krankheit, so das Ergebnis des ersten Weltmalariaberichts. Infektionsfälle gibt es auch in Deutschland.
Rund eine Million Menschen sterben jedes Jahr an Malaria - die meisten davon in Afrika. Dennoch gibt es bei der Bekämpfung der Infektionskrankheit Fortschritte durch Vorsorgemaßnahmen. Das geht aus dem ersten Weltmalariabericht hervor, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef am Dienstag in Genf veröffentlicht hat.
Infektionen in Deutschland rückläufigAuch die Zahl der Malaria-Fälle in Deutschland ist zurückgegangen. Für 2004 meldete das Berliner Robert-Koch-Institut 707 Fälle, sagte Sprecherin Susanne Glasmacher der Netzeitung. Im Vorjahr waren es noch 819.
Besonders verbreitet ist Malaria in Zentralafrika. In Asien dagegen gibt es neben stark betroffenen Regionen auch solche, die von der Plage frei sind. Siegrid Ley vom Deutschen Grünen Kreuz sagte, in Thailand müssten sich Touristen in den Urlaubszentren an der Küste keine Gedanken um Malaria machen, während etwa an der Grenze zu Myanmar Vorbeugemaßnahmen empfohlen werden.
In Europa spielt Malaria zwar keine Rolle. In abgelegenen Gebieten der Türkei könne es aber eine Gefährdung geben. In diese Gebiete gelangen Urlauber in der Regel nur durch Ausflüge. Ley sieht für solche Situationen keine Notwendigkeit, vorbeugend Medikamente einzunehmen.
Programme und ResistenzenDer weltweite Rückgang stimmt die WHO zuversichtlich. «Viele Länder setzen zunehmend Malaria-Kontrollprogramme ein, und sogar diejenigen mit nur begrenzten Möglichkeiten und einer hohen Malariabelastung können nun besser gegen diese Krankheit vorgehen», sagte WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee. Problematisch ist allerdings, dass in vielen Regionen die Malariaerreger Resistenzen gegen die gängigen Medikamente ausbilden.
Bis zu 500 Millionen Fälle2003 wurden weltweit zwischen 350 und 500 Millionen Malariafälle registriert, was eine leichte Steigerung durch bessere Erfassungsmethoden bedeutet. Nach den Millenniumszielen der Vereinten Nationen soll die Ausbreitung der Krankheit bis 2015 weitgehend gestoppt oder sogar zurückgedreht werden.
Dem Bericht zufolge sind im Jahr 3,2 Milliarden Dollar (rund 2,5 Milliarden Euro) nötig, um in den 82 Ländern mit der größten Malarialast wirksam helfen zu können. «Derzeit ist Malaria die Infektionskrankheit, die mehr Todesopfer unter den Kindern in Afrika fordert als jede andere - drei Mal mehr als die HIV-Infektion», betonte die neue Unicef-Geschäftsführerin Ann Veneman.
Moskitonetze und InsektizideUnicef und WHO haben die zum Teil nur schwer zugänglichen Daten über das Auftreten der Malaria bis 2004 gesammelt und ausgewertet. Demnach hat sich unter anderem der Gebrauch von Moskitonetzen in Afrika verzehnfacht, seit diese mit Insektiziden behandelten Hilfsmittel vor drei Jahren erstmals ausgegeben wurden.
In Sambia schlafen nach einer 2003 in fünf Bezirken begonnenen Kampagne mindestens 80 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren unter solchen Netzen. Eine ähnliche Kampagne in Togo im Dezember vergangenen Jahres bewirkte, dass die Zahl der Haushalte, die mindestens ein behandeltes Netz besitzen, von 8 auf 62 Prozent anstieg. (nz)