21.04.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Eine junge Heuschrecke in der Allomerus-Falle
Foto: Alain Dejean and Jerome Orivel
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wie eine Art baumbewohnender Ameisen Beutetiere überwältigt, haben französische Forscher jetzt beschrieben. Die Tiere nutzen eine Art Streckbank.
Baumbewohnende Ameisen der Art
Allomerus decemarticulatus haben eine besondere Methode zum Fang größerer Insekten entwickelt. Die in den Tropen heimischen Tiere bauen aufwändige Fallen.
Das Biologenteam um Jérôme Orivel von der
Université de Toulouse beschreibt die «hinterhältige» Vorgehensweise der Insekten in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature». Die Fallen werden aus Pflanzenhaaren vom Stamm der Bäume gebaut, die die Ameisen bewohnen. Die Insekten flechten daraus eine löchrige Plattform und legen sie über dem kahl geschorenen Stammbereich aus. Die umgebenden Pflanzenhaare stützen die Plattform.
Verstärkt wird das Gebilde mit einem Pilz, den die Ameisen offenbar gezielt in das Geflecht einbringen, sagen die Forscher. Auf Bäumen, die nicht von den Ameisen besiedelt sind, komme er nicht vor.
Landet nun ein größeres Insekt auf der Falle, greifen die Ameisen die Beine und Fühler des Opfers und ziehen sie durch die Löcher in der Plattform. Das Insekt wird dadurch wie auf einer Streckbank fixiert. Dann fallen andere Ameisen über das bewegungsunfähige Beutetier her und töten es. Dass Ameisen gemeinsam derartige Fallen stellen können, sei bislang nicht beschrieben worden, sagen die Forscher. (nz)