20. Apr 2005 12:36
Diabetes-Kranke müssen sich täglich ein Stoffwechsel-Hormon spritzen. Zell-Transplantationen von lebenden Spendern könnten Abhilfe schaffen.
Bei einem Teil der Diabetes-Kranken beruht die Krankheit auf einem Mangel an Insulin. Das Stoffwechsel-Hormon wird in den so genannten Inselzellen der Bauchspeicheldrüse produziert. Stellen diese ihre Tätigkeit ein, wird der Zuckerstoffwechsel im Körper nicht ausreichend kontrolliert. Betroffene müssen sich daher Insulin spritzen und ihren Hormonspiegel selbst einstellen.Im Jahr 2000 wurden einem Diabetes-Kranken erstmals Inselzellen von einem verstorbenen Spender eingepflanzt. Bislang wurde dieser Eingriff etwa einhundert Mal ausgeführt. Die meisten Operierten sind im Anschluss für ein Jahr unabhängig von Insulin-Spritzen. Spender der Inselzellen sind jedoch rar.
Ein Ärzteteam um Shinichi Matsumoto von der Universitätsklinik Kyoto hat die Zellen jetzt einem lebenden Spender entnommen. Die Ärzte transplantierten Inselzellen einer 56-jährigen Mutter ihrer 27-jährigen Tochter. Der Eingriff gilt als schwierig, da die Zellen leicht geschädigt werden können. Doch bereits 22 Tage nach der Operation konnte die Tochter auf ihre Insulin-Injektionen verzichten. «Diese Patientin hat einen mehr als doppelt so hohen Insulin-Spiegel im Blut wie Patienten, die ein Transplantat von einem verstorbenen Spender erhalten haben», zitiert der Onlinedienst des Magazins «Nature» Matsumoto.
Ob sie langfristig davon profitieren kann, ist drei Monate nach dem Eingriff noch unklar. Das Team um Matsumoto plant jedoch, noch in diesem Jahr zehn weitere Diabetes-Patienten auf diese Weise zu operieren. (nz)