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Weiterer «Ötzi»-Forscher verstorben

18. Apr 2005 18:50, ergänzt 19. Apr 2005 09:22
Ötzi, die 5.300 Jahre alte Gletscher-Leiche
Der Urgeschichtler und Ötzi-Forscher Konrad Spindler ist tot. Er ist bereits der fünfte Verstorbene im Umfeld der Gletscherleiche. Wieder ist vom «Fluch des Ötzi» die Rede.

Von Albin Oberhammer

Es war der 19. September 1991, als das deutsche Ehepaar Simon am Hauslabjoch in den Ötztaler Alpen «etwas Braunes» entdeckte. Die beiden waren auf «Ötzi», eine mumifizierte Leiche aus der Kupferzeit gestoßen.

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Ein Sensationsfund, der bis heute für Schlagzeilen sorgt. Oder anders ausgedrückt: Ein Mythos war geboren. Diesem Mythos wird nun neue Nahrung gegeben. Abermals ist vom «Fluch des Ötzi» die Rede, zumal sich die Todesfälle im Umfeld der Gletscher-Leiche häufen.

Im Alter von 66 Jahren ist nun der renommierte «Ötzi-Forscher» Professor Konrad Spindler nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Spindler war Leiter des Instituts für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Innsbruck. Er koordinierte die verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen an und um Ötzi.

Kette von Todesfällen

Bereits vor ihm war 1992 «Ötzi-Gerichtsmediziner» Rainer Henn bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Der Bergführer, der Reinhold Messner zur Fundstelle des Ötzi begleitet hatte, starb bei einem Unglück in den Bergen. Der Journalist, der damals die Mumie gefilmt hatte, verstarb an Krebs; und der Entdecker des Ötzi, der Nürnberger Helmut Simon, war im Vorjahr bei einer Bergwanderung abgestürzt und tödlich verunglückt. Im Dezember 2004 hatte Spindler zur Tiroler Tageszeitung «Die Neue» noch gemeint, als man ihn auf den «Fluch des Ötzi» ansprochen hatte: «Werde ich dann der Nächste sein?»

Eher ein Scherz als ein Orakelspruch

Diese Äußerung sei mit Sicherheit scherzhaft gemeint gewesen, betont Prof. Walter Leitner, langjähriger Weggefährte Spindlers am Institut, im Gespräch mit der Netzeitung. Wer Prof. Spindler gekannt habe, wisse, «dass er das als Zufälligkeit abgetan und eher belächelt hat». Er verstehe zwar, dass diese Kette an Todesfällen ein «gefundenes Fressen für die Medien« sei. Ihm selbst liege aber eher daran, die Wogen die diese Art von Berichterstattung aufbringe, zu glätten. «Der Fund von Ötzi ist ja bereits vierzehn Jahre her. In diesem Zeitraum ist es nicht ungewöhnlich, dass Menschen sterben», so Leitner.

Statt in mystisches Gerede einzustimmen würdigte Leitner das Lebenswerk Spindlers: «Er war ein idealer Vorstand. Er hat hat unser Institut auf ein hohes internationales Level geführt, und wir haben alle von ihm profitiert.»

 
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