netzeitung.deSchmetterlinge radarverfolgt

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Schmetterling mit Radar-Transponder (Foto: BBSRC/Rothamsted Research<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schmetterling mit Radar-Transponder
Foto: BBSRC/Rothamsted Research
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Forscher haben Schmetterlinge mit Sendern ausgestattet. Sie konnten eine Eigenschaft der Tiere nachweisen, die man ihnen allgemein abspricht.

Der Flug von Schmetterlingen mutet gauklerisch an, folgt jedoch klaren Mustern. Die Zielstrebigkeit der Insekten haben britische Forscher nachgewiesen, die sie mit einem Radargerät verfolgten.
Gradlinige Gaukler
Forscher um Lizzie Cant vom Rothamsted Research Forschungsinstitut in Hertfordshire haben dreißig Schmetterlinge mit Miniatur-Transpondern ausgestattet. Die zwölf Milligramm schweren Sender geben ein Antwortsignal, wenn sie ein Radarimpuls erreicht. Die Antennen-artigen Geräte wurden den Tieren auf den zuvor enthaarten Rücken geklebt. Wie die Forscher im Magazin «Proceedings of the Royal Society of London» berichten, wurde das Flugverhalten der Tiere dadurch nicht verändert.

Anschließend wurden die Tiere auf einer Wiese freigelassen. Mit Hilfe eines Radargeräts konnten die Forscher ihren Flug etwa einen Kilometer weit verfolgen. Sie dokumentierten zwei unterschiedliche Flugmuster: gradliniges, schnelles Fliegen mit drei Metern pro Sekunde (etwa 11 km/h) und langsameres Fliegen in Schleifen.

Mit den gradlinigen Flugmanövern steuerten die Insekten Ziele wie eine Blütengruppe an oder flohen vor Fressfeinden wie Vögeln. Der langsamere kurvige Flug dient dagegen eher der Orientierung. «Die Schleifenflüge sind ein Suchverhalten», sagte Cant dem Onlinedienst des Magazins «Nature». Zur Untersuchungszeit im Spätsommer waren die Tiere vermutlich auf Futtersuche oder versuchten einen trockenen Platz zum Überwintern ausfindig zu machen, vermutet die Forscherin.

Sie plant, mit Hilfe der Transponder die Flugmuster bedrohter Schmetterlingsarten zu verfolgen. Auf diese Weise hofft sie festzustellen, wie die Aufsplitterung der Schmetterlings-Lebensräume ihr Überleben beeinflusst. «Wenn wir wissen, wie mobil sie sind, können wir abschätzen, ob sie mit der Fragmentierung zurechtkommen, oder nicht», sagt Cant. (nz)