netzeitung.deInsektenart in Deutschland entdeckt

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Die neue Art gehört zur Gattung der Baumsaftschwebfliegen. (Foto: André Künzelmann/UFZ<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die neue Art gehört zur Gattung der Baumsaftschwebfliegen.
Foto: André Künzelmann/UFZ
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Deutsche Forscher haben eine neue Tierart entdeckt. Sie fordern ein Umdenken in der Waldbewirtschaftung um die seltene Schwebfliegenart zu erhalten.

Im Naturschutzgebiet Saalberghau an der Elbe bei Dessau machte ein Forscher einen seltenen Fang. Der Biologe vom Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) entdeckte eine neue Insektenart.
Ein Relikt aus Urwaldzeiten
Frank Dziock vom UFZ hatte eine Insektenfalle aufgestellt, um festzustellen, wie Schwebfliegen auf Überschwemmungen reagieren. Aufgrund ihrer schwarz-gelben Färbung werden viele Schwebfliegen für Wespen gehalten, sie können jedoch nicht stechen. Bei dem Exemplar der unbekannten Art entdeckte er zwei winzige Punkte auf dem Rücken. «Ein klarer Beweis für eine noch unentdeckte Art», wird Dziock in einer Mitteilung des UFZ zitiert.

Gemeinsam mit dem Experten Dieter Doczkal beschrieb er die neue Art und veröffentlichte den Fund in der Fachzeitschrift «Volucella». Der Biologe widmete die Entdeckung seiner Frau Silvia und benannte die neue Art Brachyopa silviae, zu deutsch: Silvias Baumsaftschwebfliege.

Zwei Männchen fand Dziock im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe bei Dessau sowie ein Weibchen im Nationalpark Hainich in Thüringen. Anderen Insektenkundlern gelang der Nachweis der Art inzwischen auch in Hessen und Rheinland-Pfalz.

«Es ist kein Zufall, dass wir diese Art gerade an geschützten Standorten gefunden haben», sagt Dziock. In den urwaldartigen Eichen- und Buchenbestände finden die Insekten Baumhöhlen, moderndes Kernholz und ihre Nahrungsquele: Schleimflüsse an Baumverletzungen. Diese Altholzstrukturen bilden sich erst nach mindestens 120 Jahren heraus. Die meisten Bäume in bewirtschafteten Wäldern werden jedoch bereits vor dem Erreichen dieses Alters gefällt. «Wo konventionelle Forstwirtschaft betrieben wird, hat diese Art keine Chance», sagt Dziock. Er fordert, alte Bäume in den Wäldern zu lassen und sie dort auf natürliche Art absterben zu lassen. (nz)