Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Keine Tsunami nach horizontalem Seebeben

29. Mrz 2005 14:08, ergänzt 15:34
Aufzeichnung des Bebens in Indonesien
Entgegen der Befürchtungen löste das Seebeben vor Sumatra keine Tsunami aus. Ihr Ausbleiben zeigt, wie schwer die Flutwellen zu berechnen sind.

Das Seebeben nahe der Küste der Insel Nias vor Sumatra gehört mit einer Stärke von 8,7 auf der Richter-Skala zu den stärksten jemals gemessenen Beben. Doch eine verheerende Flutwelle wie die nach dem Seebeben am 26. Dezember 2004 blieb aus. Nach Ansicht eines deutschen Experten hängt dies mit dem Verlauf der Erdstöße zusammen.

Großer Ausschlag, kleine Welle

Mehr in der Netzeitung:
Erdbebenexperte Jochen Zschau vom Geoforschungszentrum Potsdam sagte dem ZDF, Erdbeben lösten nur dann eine Tsunami aus, wenn der Meeresboden vertikal verschoben werde. Die jetzt erfolgten Erdstöße im Sundagraben vor Sumatra verliefen wahrscheinlich in horizontaler Richtung, so dass keine Flutwelle entstand. Das Zentrum des Bebens könnte zudem unterirdisch gelegen haben, so dass die Stöße gedämpft wurden.

Zuvor hatte Zschau bereits dem Nachrichtenhörfunksender «MDR Info», gesagt, dass das Beben zwar einen «riesigen Ausschlag» auf der Richterskala ergeben habe, seine Energie aber deutlich geringer war als die des Bebens im vergangenen Dezember.

Mehr in der Netzeitung:
  • Stichwort: Sumatra-Beben 31. Dez 2004 10:46
  • Dementsprechend wurden nach dem Beben lediglich vergleichsweise kleine Wellen registriert. Nach Angaben von Laura Kong vom International Tsunami Information Center auf Hawaii wurde an der Küste von Sri Lanka eine rund 30 Zentimeter hohe Tsunami gemessen. Auf den australischen Cocos Islands etwa 1000 Kilometer südwestlich von Java traf in der Folge des Bebens eine Welle ein, die den Meeresspiegel um etwa 23 Zentimeter anhob.

    Mehr im Internet:
    Die Ausbreitung und die Höhe einer Tsunami hängen von der Beschaffenheit des Meeresbodens ab. Ihre Geschwindigkeit ist proportional zur Meerestiefe. Die Tsunami nach dem Beben vom 26. Dezember rollte schneller über den Indischen Ozean als an die Küsten und traf daher etwa gleichzeitig in Sri Lanka und in Thailand an.

    Die Höhe der Wellen ist umgekehrt proportional zur Meerestiefe. Tsunamis sind daher auf dem offenen Meer kaum wahrnehmbar, türmen sich aber nahe der Küste auf. (nz)

    Lage des Epizentrums (roter Kreis) des Seebebens am 28.03.2005
     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
     
    Wetter-Probleme beim Anflug: 
    «Endeavour» nimmt Umweg über Kalifornien
    25 Jahre «Spacelab»: 
    Weltraumjubiläum für Europa
     
    UN-Klimakonferenz in Poznan: 
    «Wir haben keine Zeit zu verlieren»
    Alte Wetterdaten decken auf: 
    Chinesen könnten von Klimawandel profitieren
     
    Stammzellentherapie in Hannover: 
    Arzneimittelfabrik im Kopf
     
    Aus anderen Ressorts
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.