29. Mrz 2005 14:08, ergänzt 15:34
Entgegen der Befürchtungen löste das Seebeben vor Sumatra keine Tsunami aus. Ihr Ausbleiben zeigt, wie schwer die Flutwellen zu berechnen sind.
Erdbebenexperte Jochen Zschau vom Geoforschungszentrum Potsdam sagte dem ZDF, Erdbeben lösten nur dann eine Tsunami aus, wenn der Meeresboden vertikal verschoben werde. Die jetzt erfolgten Erdstöße im Sundagraben vor Sumatra verliefen wahrscheinlich in horizontaler Richtung, so dass keine Flutwelle entstand. Das Zentrum des Bebens könnte zudem unterirdisch gelegen haben, so dass die Stöße gedämpft wurden.Zuvor hatte Zschau bereits dem Nachrichtenhörfunksender «MDR Info», gesagt, dass das Beben zwar einen «riesigen Ausschlag» auf der Richterskala ergeben habe, seine Energie aber deutlich geringer war als die des Bebens im vergangenen Dezember.
Die Ausbreitung und die Höhe einer Tsunami hängen von der Beschaffenheit des Meeresbodens ab. Ihre Geschwindigkeit ist proportional zur Meerestiefe. Die Tsunami nach dem Beben vom 26. Dezember rollte schneller über den Indischen Ozean als an die Küsten und traf daher etwa gleichzeitig in Sri Lanka und in Thailand an.Die Höhe der Wellen ist umgekehrt proportional zur Meerestiefe. Tsunamis sind daher auf dem offenen Meer kaum wahrnehmbar, türmen sich aber nahe der Küste auf. (nz)