netzeitung.deAggressives HI-Virus hat zwei Zellschlüssel

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Forscher haben ein HI-Virus untersucht, das resistent gegen die meisten Medikamente ist und besonders schnell zur Immunschwäche-Krankheit Aids führt.

Im Februar wurde in New York ein Fall einer HIV-Infektion bekannt, die ungewöhnlich schnell zu Aids führte und die auf gängige Therapien nicht ansprach. Die städtischen Gesundheitsbehörden warnten vor der Infektionsgefahr. Heute veröffentlichen sie die Ergebnisse einer Untersuchung des aggressiven Virus.
Gefährliche Kombination
Im Fachmagazin «The Lancet» berichtet ein Team um Martin Markowitz, dass sowohl die Resistenz gegen Medikamente als auch die schnelle Entwicklung des Aids-Krankheitsbildes bereits in anderen Fällen beobachtet wurden. Einzigartig sei, dass der jetzt untersuchte Stamm des Erregers HIV-1 beide Eigenschaften habe, sagen die Forscher vom New Yorker Aaron Diamond Aids Research Center.

Die Genanalyse zeigte, dass die Viren besonders gut ausgestattet sind, um die Zellen des menschlichen Immunsystems zu befallen: Sie können sich an zwei unterschiedliche Rezeptoren binden, berichtet die «New York Times» in ihrer Online-Ausgabe. Zu diesem ersten Schritt der Infektion können die meisten anderen Stämme von HI-Viren nur an einem Rezeptor-Typ der Immunzellen andocken.

Die jetzt untersuchten Viren wurden bei einem Mann Ende 40 gefunden, der sich wahrscheinlich nur vier bis maximal zwanzig Monate vor dem Ausbruch der Immunschwächekrankheit infiziert hatte. In den meisten Fällen dauert es dagegen etwa zehn Jahre, bis die Immunschwäche nach der Infektion in Erscheinung tritt.

Im Mai 2003 war der Patient zuletzt negativ auf das HI-Virus getestet worden. Im Herbst 2004 habe er begonnen unter Einfluss der Droge Metamphetamin ungeschützten Geschlechtsverkehr mit verschiedenen Partnern zu haben. Die Droge könnte die Vermehrung der Viren in befallenen Zellen begünstigen. Darauf deuten Untersuchungen am HIV ähnlichen FIV (für engl.: feline immunodeficiency virus), das Katzen befällt. (nz)