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Der «Hobbit» war kein kranker Mensch

04. Mrz 2005 10:17
Die rote Fläche zeigt den virtueller Abdruck des Gehirns.
Sie waren nur einen Meter groß, ihr Schädel hatte gerade mal den Umfang einer Pampelmuse. Eine Untersuchung liefert Hinweise, dass es sich bei den «Hobbits» tatsächlich um eine neue Menschenart handelt.

Das Gehirn der «Hobbits» ähnelt am stärksten dem des Frühmenschen Homo erectus. Dies zeigte eine Untersuchung des Hirnschädels der Zwergenmenschen. Damit sei die Vermutung einiger Wissenschaftler widerlegt, dass es sich bei Homo floresiensis nicht um eine neue Menschenart, sondern lediglich um einen modernen Menschen mit einem krankhaft verkleinertem Gehirn handelt.

Feuer und Werkzeuge

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Die Entdeckung der Zwergenmenschen sorgte im vergangenen Jahr für Aufregung unter den Anthropologen. Die kleinen Menschen wurden in einer Höhle auf der indonesischen Insel Flores entdeckt. Die Untersuchung der Fundstelle und der Knochenreste ergab, dass sie vermutlich noch bis vor mindestens 18.000 Jahren auf der Insel gelebt hatten. Demnach hätten sie die Erde also für lange Zeit mit dem modernen Homo sapiens geteilt.

Am Fundort entdeckten die Wissenschaftler auch Hinweise auf Werkzeuge, Feuerstellen und möglicherweise erlegte Tiere – eine Überraschung für die Forscher, denn wenn diese Fundstücke tatsächlich den Zwergenmenschen zuzurechnen sind, wären sie angesichts ihres kleinen Gehirns schon sehr weit entwickelt gewesen. Das Hirnvolumen betrug gerade mal 400 Kubikzentimeter, vergleichbar etwa mit einem Schimpansen.

Möglicher Verwandter von H. erectus

Die Forscher um Dean Falk von der Florida State University erstellten nun mit Hilfe des gefundenen Schädels - als LB1 bezeichnet - einen «virtuellen Abdruck» des Gehirns. Diesen verglichen sie mit dem Gehirn von verschiedenen Vor- und Frühmenschen, Schimpansen und mit dem von modernen Menschen, einschließlich eines Pygmäen und eines Menschen mit einem krankhaft verkleinertem Gehirn, einem Mikrozephalus.

Das Verhältnis von Gehirn zum Körper erinnere am ehesten an die Australopithecinen, eine Gruppe verschiedener Vormenschen, die bis vor etwa zwei Millionen Jahren in Afrika lebten. Die Form des Gehirns ähnelte jedoch am meisten dem des Homo erectus. Mit einem Mikrozephalus hatte der Abdruck des Homo floresiensis hingegen am wenigsten gemein, schreiben die Forscher.

Auf der Insel geschrumpft?

«Ich hatte erwartet, dass das Gehirn von Homo floresiensis aussieht wie das eines Schimpansen», sagte Falk. «Ich lag daneben, das Gehirn von LB1 zeigte sehr viel ausgefallenere Merkmale».

Zur Herkunft des Zwergenmenschen bleiben nun zwei Theorien: Entweder stammten die Hobbits vom größeren H. erectus ab und schrumpften in der Abgeschiedenheit der Insel aufgrund von Nahrungsmangel zum dem zwergenhaften Wesen. Oder es gibt einen noch unbekannten gemeinsamen Vorfahren der beiden Arten mit einem kleinem Körper und kleinem Gehirn.

 
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