22.02.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Der Wirkstoff von Viagra weitet Gefäße.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Als Potenzmittel befreit es viele Männer von Erektionsstörungen. In der Schweiz profitieren jetzt auch Babys vom Viagra-Wirkstoff.
Babys mit zu hohem Blutdruck der Lunge werden im Zürcher Kinderspital mit dem Wirkstoff der Potenzpille «Viagra» behandelt. Seit dem ersten Einsatz vor einem Jahr sind bereits vier Babys behandelt worden, die wegen des Überdrucks in der Lunge unter Sauerstoffmangel gelitten hatten, berichtet der in Zürich erscheinende «Tages-Anzeiger». Das Medikament könne bei der Behandlung von Früh- und Neugeborenen eine billigere und unkomplizierte Alternative zu dem bislang eingesetzten Stickstoffmonoxid (NO) darstellen.
Spritze statt PilleDer Wirkstoff Sildenafil hemmt ein Enzym, Phosphodiesterase genannt. Im Penis ist dieses Enzym für die Abschwächung der Erektion mitverantwortlich, in der Lunge verengt es die Gefäße. Die Hemmung des Enzyms sorgt also im Penis für ein Anhalten der Erektion. In der Lunge der Babys entspannt es die Gefäße, so dass sie Sauerstoff besser aufnehmen können.
Außer dem Wirkstoff hat die Behandlung beider Störungen allerdings nichts gemein, schreibt der «Tages-Anzeiger». Die Babys bekämen das Sildenafil nicht in Pillenform verabreicht, sondern einmal täglich in die Vene gespritzt. Es komme zwar vor, dass Neugeborene eine Erektion haben, für die ansonsten übliche Viagra-Wirkung sei ihr Hormonhaushalt jedoch nicht bereit. Seit drei Monaten seien das Kinderspital und die Genfer Kinderklinik an einer internationalen Studie beteiligt, mit der die Wirkung des Sildenafil weiter untersucht werden soll. (nz)