netzeitung.deStudie: Vioxx verdoppelte das Herzinfarkt-Risiko

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Im Herbst wurde das Rheumamittel Vioxx vom Markt genommen, weil es das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkten erhöht. Eine jetzt ausgewertete Studie bestätigt die Befürchtungen.

Das Rheumamittels Vioxx hat das Risiko von Patienten, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, fast verdoppelt. Dies ergab die Auswertung einer Studie, die im vergangenen September zwei Monate vor ihrem Ende abgebrochen wurde, als sich die Hinweise auf die gefährlichen Nebenwirkungen des Medikaments gemehrt hatten.

Test zur Wirksamkeit in der Krebsvorbeugung
In der Studie sollte die Wirksamkeit von Vioxx zur Vorbeugung von Darmkrebs untersucht werden. Mehr als 2500 Patienten, bei denen bereits Krebsvorstufen entfernt worden waren, hatten an der Studie teilgenommen und erhielten entweder Vioxx oder ein Scheinmedikament.

Bei 46 Patienten der Vioxx-Gruppe trat im Zeitraum der Untersuchung ein so genanntes «kardiovaskuläres Ereignis» auf, meistens ein Herzinfarkt oder Schlaganfall, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt «The New England Journal of Medicine». In der Kontrollgruppe waren es nur 26. Dabei war die Zahl der Todesfälle in beiden Gruppen gleich hoch.

Vioxx, das vom US-Pharmaunternehmen Merck produziert wurde, gehört zur relativen neuen Medikamentenklasse der «Cox-2-Hemmer». «Was wir zur Zeit nicht wissen ist, ob die kardiovaskulären Probleme generell von Cox-2-Hemmern verursacht werden oder ob es sich um einen individuellen Effekt dieses Medikaments handelt», sagte Robert Bresalier, der an der Studie beteiligt war.

Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe
Die Cox-2-Hemmer waren nach ihrer Einführung vermehrt verschrieben worden, weil die bis dahin verfügbaren Medikamente bei einigen Patienten zu Magen- und Darmblutungen geführt hatten. Der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zufolge können Patienten jedoch weiter mit den älteren Medikamente behandelt werden, berichtet die dpa. Es könnten zusätzlich Magenschutzmittel verordnet werden.

Am Mittwoch findet vor der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Anhörung zu den Cox-2-Hemmern statt, so die dpa. Je nach Verlauf der Anhörung könne auf verschiedene Hersteller der Mittel eine Prozesslawine zurollen. Experten rechneten laut Presseberichten mit Schadensersatzforderungen in Höhe von bis zu 30 Milliarden Dollar, umgerechnet 23 Milliarden Euro (nz)