04.02.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Ernst Mayr
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der in die USA ausgewanderte deutsche Evolutionsbiologe Mayr ist im hohen Alter von 100 Jahren gestorben.
Der Evolutionsbiologe Ernst Mayr lebt nicht mehr. Er wurde 100 Jahre alt. Das teilte die Harvard Universität in Cambridge am Freitag mit. Der Biologe sei nach einer kurzen Krankheit bereits am Donnerstagmorgen gestorben, schreibt die Universität auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Mayrs Familie.
Er hatte sich als Wissenschaftler einen Namen gemacht, als er zwei zuvor als gegensätzlich angesehene Konzepte der Biologie vereinbarte: Charles Darwins Evolutionstheorie der natürlichen Auslese sowie die auf Gregor Mendel zurückgehende Genetik.
Mayr wurde, wie die Nachrichtenagentur dpa schreibt, in Kempten im Allgäu als Sohn eines Arztes geboren. 1926 promovierte er in Berlin. Von 1928 bis 1930 nahm der Wissenschaftler an Expeditionen nach Neu Guinea und zu den Salomoninseln teil, um die Vogelsammlung von Lord Rothschild zu bestücken. Mayrs Vater hatte ihn schon im Kindesalte für Vögel begeistert.
Professor in HarvardRothschild beauftragte Mayr 1931 mit der Ordnung seiner Sammlung am American Museum of Natural History in New York. Bald darauf nahm Mayr die US-Staatsbürgerschaft an. Sein Hauptwerk «Systematics and the Origin of Species» (Systematik und Ursprung der Arten) schrieb Mayr 1942. Die Definition des Begriffs einer «Art» als Lebewesen, die sich miteinander fortpflanzen können, geht auf Forschungsarbeiten von Mayr zurück.
1953 erhielt Mayr eine Professur an der Harvard Universität in Boston, die er bis zu seiner Emeritierung 1975 hatte. (nz)