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«Viagra» lässt verdickte Herzen schrumpfen

24. Jan 2005 13:00
Viagra
Das Potenzmittel «Viagra» könnte auch zur Therapie des krankhaft vergrößerten Herzens eingesetzt werden. In Experimenten mit Mäusen schrumpften die Herzen nach der Behandlung.

Der «Viagra»-Wirkstoff Sildenafil kann einer gefährlichen Verdickung des Herzmuskels vorbeugen und eine bereits bestehende Vergrößerung des Herzens sogar rückgängig machen, berichten US-Forscher nach einer Untersuchung an Mäusen. Sie wollen nun untersuchen, ob das Medikament die gleichen Effekte auch beim Menschen hervorruft.

Erhöhtes Infarktrisiko

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Ursache für die Vergrößerung des Herzens, auch Hypertrophie genannt, ist eine anhaltende Druckbelastung des Muskels, durch Bluthochdruck etwa oder durch eine Verengung der Aorta. Herzinfarkt und plötzlicher Herztod können die Folgen sein. Die Wissenschaftler um David Kass von der Johns-Hopkins-University School of Medicine lösten bei den Mäusen gezielt eine Verdickung des Herzenmuskels aus, indem sie die Aorta verengten.

Einem Teil der Mäuse verabreichten sie gleichzeitig den «Viagra»-Wirkstoff Sildenafil. Diese Behandlung sorgte dafür, dass die Symptome der Hypertrophie im Vergleich zur Kontrollgruppe um die Hälfte vermindert wurden, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt «Nature Medicine». In einem zweiten Experiment behandelten sie Mäuse mit Sildenafil, die bereits ein vergrößertes Herz hatten.

Verbesserte Herzfunktionen

Nach zwei Wochen waren bei diesen Tieren die Herzen wieder geschrumpft. Nach der Behandlung hatten sich auch die Herzfunktionen der Mäuse – wie zum Beispiel die Pumpleistung – verbessert, obwohl der Blutdruck und damit die Belastung des Herzens anhaltend hoch geblieben war. Bei den Mäusen, die keine Behandlung erhalten hatten, war der Herzmuskel hingegen weiter gewachsen

Sildenafil wirkt, indem es ein Enzym blockiert, genannt PDE5A. Dieses baut im Körper zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) ab. In den Zellen des Penis führt die Enzym-Blockade zum Beispiel dazu, dass mehr cGMP in den Zellen verbleibt. Dadurch bleiben die Muskeln erschlafft, Blut kann einströmen und der Penis bleibt länger erigiert.

Im Herz fungiert das cGMP als «natürliche Bremse» bei Druckbelastung und bei vermehrtem Wachstum. Wird durch Sildenafil der Abbau des cGMPs im Herzen verhindert, wird diese Bremswirkung also verstärkt. (nz)

 
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