netzeitung.dePassivrauchen verringert die Denkleistung von Kindern

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Wenn in der Umgebung von Kindern geraucht wird, hat das direkten Einfluss auf ihre Denkleistung. Grundlegende schulische Fähigkeiten sind betroffen.

Passivrauchen kann bereits in sehr geringen Dosen die Denkleistung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen. Besonders stark betroffen sind demnach die Lese- und Rechenfähigkeit sowie das logische Denkvermögen.

Mediziner vom Cincinnati Children's Hospital im US-Bundesstaat Ohio haben mehr als 4000 Kinder im Alter von sechs bis sechszehn Jahren untersucht, die in ihrem Alltag Tabakrauch indirekt ausgesetzt sind. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Januarausgabe des Magazines «Environmental Health Perspectives» veröffentlicht.
Passivrauchen stört Denkleistung
Um die Nikotin-Belastung zu messen, untersuchten die Forscher den Cotinin-Spiegel im Blut der Kinder. Cotinin entsteht, wenn der Körper Nikotin abbaut. Die Substanz lässt sich unter anderem in Urin, Blut und Speichel nachweisen. Die Wissenschaftler konnten belegen, dass die Denkleistungen der Kindern nachließen, wenn der Cotinin-Spiegel im Blut zunahm.

Um den Zusammenhang deutlich zu machen, legten die Forscher den Kindern standardisierte Lese- und Rechenaufgaben vor. Im Durchschnitt erreichten die Kinder bei diesen Aufgaben 100 Punkte. Schon eine minimale Rauchbelastung verminderte jedoch die Leistung beim Lesen um drei und die Rechenleistung um zwei Punkte. Ähnlich verhielt es sich beim logischen Denken und Argumentieren – auch hier sanken die Fähigkeiten der Kinder proportional zur Cotinin-Belastung.

33 Millionen US-Kinder beeinträchtigt
«Für die einzelnen Kinder sind diese Beeinträchtigungen zwar nur wenig bedeutsam», sagte der Studienleiter Kimberly Yolton. «Sie haben jedoch eine zentrale gesellschaftliche Relevanz, wenn man bedenkt, dass mehrere Millionen Kinder in den USA täglich dem Tabakrauch ausgesetzt sind.»

Allein in den USA sind mehr als 33 Millionen Kindern in ihren Denkleistungen durch das Passivrauchen beeinträchtigt, schätzen die Forscher. Die Wissenschaftler hoffen, dass die Ergebnisse auch die US-Politik beeinflusst. Diese könnte neue Gesundheitsstandards setzen, um Kinder vor dem Passivrauchen zu schützen. (nz)