04.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Dopamin-Neuron
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Embryonale Stammzellen können Symptome der Parkinson-Krankheit bei Affen lindern. Möglicherweise lässt sich das Verfahren auch bei erkrankten Menschen anwenden.
Wissenschaftlern der
Kyoto University ist es gelungen, mit embryonalen Stammzellen die Parkinson-Krankheit bei Affen einzudämmen. Sie hoffen, einen Therapie-Ansatz entwickelt zu haben, der auch bei Menschen wirkt.
Um die Parkinson-Krankheit bei Affen zu bekämpfen, haben die Forscher um Jun Takahashi embryonale Stammzellen von Primaten in einer speziellen Kultur gezüchtet. Es zeigte sich, dass sich die Zellen unter den künstlichen Bedingungen zu Dopamin produzierenden Neuronen entwickelten.
Geschädigte Neuronen durch Gesunde ersetzenGenau diese Neuronen werden für die Therapie von Parkinson benötigt. Denn die Krankheit zerstört Dopamin-Neuronen im Gehirn und führt damit zu den bekannten Symptomen wie Zittern, verlangsamten oder steifen Bewegungen. Könnten Ärzte die geschädigten Neuronen durch Gesunde ersetzen, dann ließen sich auch die Folgen der Krankheit eindämmen oder sogar ganz beheben.
Die japanischen Wissenschaftler ließen die Stammzellen zu Dopamin-Neuronen wachsen und pflanzten sie in das Hirn von Affen ein. Die Neuronen waren im Hirn funktionsfähig und konnten die Symptome der Krankheit lindern, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Journal of Clinical Investigation».
«Meilenstein in der Stammzell-Technologie»Wissenschaftler hoffen jetzt, das Verfahren langfristig auch beim Menschen anwenden zu können. Für J. William Langston vom Parkinson's Institute in Sunnyvale, Kalifornien, ist die Entdeckung ein «Meilenstein in der Entwicklung der Stamzell-Technologie». Die Ergebnisse seien ermutigend, doch nur ein Anfang.
Denn bei dem Versuch der japanischen Forscher entwickelten sich lediglich ein bis drei Prozent der Zellen zu wirklich funktionsfähigen Neuronen. Und von den implantierten Neuronen überlebten wiederum nur knapp zehn Prozent im Gehirn der Affen.
Um von einer möglicherweise nützlichen Therapie für den Menschen zu sprechen, müssten jedoch deutlich mehr Neuronen überleben und vor allem über einen langen Zeitraum funktionsfähig bleiben, sagt Langston. Weitere Forschung mit embryonalen Stammzellen ist also notwendig auch um zu klären, ob sich noch weitere neurologische Krankheiten mit Stammzellen heilen lassen. (nz)