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70 Prozent aller Korallenriffe geschädigt

07. Dez 2004 15:48
Korallenriff
Foto: NOAA
Weltweit sind mehr als zwei Drittel aller Korallenriffe geschädigt. Einige davon ließen sich noch retten – wenn die globale Erderwärmung gestoppt wird.

Knapp 70 Prozent der weltweit existierenden Korallenriffe sind bereits geschädigt. 20 Prozent davon mittlerweile so schwer, dass sie sich nicht mehr retten lassen. Die übrigen geschädigten Riffe müssen nicht zwangsläufig absterben – zumindest dann nicht, wenn die Menschheit die globale Erderwärmung stoppt.

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Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, an der 240 Wissenschaftler aus insgesamt 96 Ländern mitgewirkt haben. Beteiligt war – neben 20 weiteren Organisationen – auch der World Wide Fund For Nature (WWF). Die Forscher stellten ihre Studienergebnisse am Montag in Washington vor.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Das Korallensterben hat in den letzten zwei Jahren drastisch zugenommen. Waren damals noch gut 40 Prozent aller Riffs gesund, so sind es gegenwärtig bereits weniger als ein Drittel.

Höhere Wassertemperaturen im Meer

Hauptursache für den drastischen Anstieg des Korallensterbens sind der Studie zufolge unter anderem die Umweltverschmutzung und der teilweise extensive Fischfang in den Korallenregionen. Das Hauptübel aber ist der weltweite Erderwärmung, durch die die Riffs besonders stark ausbleichen.

Durch den kontinuierlichen Temperaturanstieg auf der Erde steigen auch die Wassertemperaturen. Im warmen Wasser aber sterben Algen, die sich in dem Gewebe der Korallen festgesetzt haben. Und mit den Algen stirbt immer auch ein Teil des Korallenriffs.

Hoher Co2-Ausstoß verhindert Kalkbildung

Die hohe Konzentration an Kohlenstoffdioxid (Co2) in der Erdatmosphäre, die den Temperaturanstieg mitverursacht, verseucht die Gewässer aber auch direkt. Wenn sich CO2 in Meereswasser löst, führt dass zu einer verringerten Verkalkung in den Meeren. Die Verkalkung aber ist notwendige Voraussetzung dafür, dass sich neue Korallenriffs bilden können.

Doch die Studie beschreibt nicht nur, was bereits geschädigt ist. Sie zeigt auch Lösungsmöglichkeiten. «Verantwortlich sind vor allem die Regierungen. Damit die globale Durchschnittstemperatur in den kommenden Jahren nicht um mehr als 2 Grad steigt, müssen sie jetzt handeln. Nur so lassen sich größere Schäden an Natur und Menschen verhindern», sagt Jennifer Morgen vom WWF.

WWF: USA und Australien sind besonders gefordert

Der WWF fordert vor allem die USA und Australien dazu auf, die Reduktion von CO2 auf die innenpolitische Agenda zu setzen. Da beide Länder das Kyoto-Protokoll bisher nicht ratifiziert haben, könnten sie so zumindest signalisieren, dass sie das Problem ernst nehmen.

Schützen lassen sich die Riffe aber auch dadurch, dass die Marine besonders gefährdete Regionen für den Schiffsverkehr sperrt. Probleme wie der Fischfang mit Dynamit und Zyankali – durch den ebenfalls viele Korallenriff zerstört werden – lassen sich so zumindest eindämmen. (nz)

 
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