25. Nov 2004 11:20
Der Freibeuter Klaus Störtebeker wurde vor rund 600 Jahren hingerichtet. Nun soll mithilfe kriminalistischer Methoden sein Gesicht rekonstruiert werden.
Wie Vox am gestrigen Mittwoch mitteilte, wird die Rekonstruktion an einem Schädel vorgenommen, der vor fast 130 Jahren in Hamburg entdeckt worden war. Spuren deuten darauf, dass er mit einem Nagel auf einem hölzernen Unterbau befestigt war. «Man wollte diesen Schädel erhalten und man wollte, dass dieser Schädel über lange Zeit am Elbufer aufgenagelt stehen bleibt», wird der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel in der Mitteilung zitiert, der das Fundstück untersuchte. Das sei ein Hinweis darauf, dass der Schädel zu einer herausgehobenen Persönlichkeit gehörte , wie Störtebeker eine war.Die Stiftung «Caesar» in Bonn stellte zunächst eine Kunstharz-Kopie des Schädels her. Im anthropologischen Labor der Pariser Polizei wurde er fotografiert und die Stärke der «Weichteilauflage» berechnet. Das eigentliche Gesicht formte die französische Künstlerin Elisabeth Daynès aus Ton. Der rekonstruierte Kopf ist ab Mitte November als Dauerleihgabe im Museum für Hamburgische Geschichte zu sehen. Zu sehen ist ein Mann, der die Fantasie vieler Generationen beflügelt hat und vielleicht Klaus Störtebeker war.
Über das Leben des Seeräubers auf Nord- und Ostsee ist nur wenig bekannt, Geschichten gibt es dagegen viele. Die wohl bekannteste handelt von seiner Hinrichtung: Bevor Störtebeker geköpft wurde, bat er darum, dass alle seine Kameraden begnadigt würden, an denen er nach seiner Enthauptung noch vorbeigehen könnte. Der Legende nach rettete das elf seiner Leute das Leben.Die Sendung «Spiegel TV: Der Kopf des Freibeuters» wird am Sonntag, den 28. November um 21.15 Uhr bei Vox ausgestrahlt. (nz)