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Hirnuntersuchung zeigt Alzheimer-Veranlagung an

22. Nov 2004 12:13
PET-Bilder der Hirnaktivität einer gesunden Person (links) und eines Patienten mit der Alzheimer-Krankheit im fortgeschrittenen Stadium.
Für die Alzheimer-Krankheit gibt es ein genetisch bedingtes Risiko. Ein bildgebendes Verfahren zur Untersuchung der Hirnaktivität kann anzeigen, ob es besteht.

Menschen mit einer besondern Genvariante erkranken häufiger an der Alzheimer-Krankheit und zeigen früher Symptome. Diese Veranlagung ist nicht nur mit molekularbiologischen Methoden nachweisbar, sondern erzeugt bereits vor dem Auftreten von Symptomen erkennbare Unterschiede der Hirnaktivität. Ein bildgebendes Verfahren könnte Klarheit über die Gefährdung liefern und Möglichkeiten zur frühzeitigen Behandlung eröffnen.

Veränderte Muster

Mehr in der Netzeitung:
«Es ist möglich, dass wir bei den Trägern der Genvariante die frühen Hirnveränderungen sehen können, die die Alzheimer-Krankheit hervorruft», sagt Yaakov Stern von der Columbia University in New York. Man vermutet, dass die Demenz das Organ schon lange vor dem Auftreten von Symptomen verändert. Darauf deutet auch das Ergebnis dieser Studie.

Ein Team um Stern untersuchte sechs Menschen, deren Erbgut das so genannte å4-Allel des Gens für Apolipoprotein enthält. Dieses Protein dient unter anderem dem Fetttransport im Blut. 26 weitere Probanden hatten die normale Variante des Gens. Bei keiner der untersuchten Personen, die zum größten Teil zwischen 60 und 80 Jahre alt waren, gab es Anzeichen einer Demenz. Doch mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) konnten die Forscher erkennen, dass Muster der Hirnaktivität bei den Trägern der å4-Genvariante von denen anderer Probanden abwichen.

Ausgleich oder angeborener Unterschied

Mehr im Internet:
Bei der PET wird mithilfe schwach strahlender Teilchen die Aktivität bestimmter Gewebe oder Organe sichtbar gemacht. Die Mediziner bildeten die Hirnaktivität der Probanden während eines Gedächtnistests ab. Wie sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Journal of Geriatric Psychiatry» berichten, könnten die Unterschiede darauf beruhen, dass das Gehirn die ersten Schädigungen durch die Alzheimer-Krankheit ausgleicht. Die Träger der å4-Genvariante schalteten demnach auf andere Hirnbereiche um, um die Aufgabe zu lösen.

Eine andere Erklärung könnte es sein, dass die Genvariante selbst die Muster der Hirnaktivität verändert. Unabhängig davon, welche Erklärung zutrifft, könnte die Möglichkeit, die Krankheit bereits in einem frühen Stadium sicher erkennen zu können, zur Entwicklung neuer Therapien beitragen, sagen die Mediziner. (nz)

 
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