Krebszellen genetisch ausgeschaltet
11.10.2004
Herausgeber: netzeitung.de
In einer Online-Vorabveröffentlichung des Magazins «Nature» vom heutigen Montag beschreiben die Wissenschaftler ein Verfahren, das eine alternative Therapie für die Tumoren sein könnte. Operativ entfernt werden können die so genannten hepatozellulären Karzinome nur in fünf bis dreißig Prozent der Fälle.
Doch die Wandlung war vorübergehend. Setzten die Forscher das Doxyzyklin ab, sammelte sich im Lebergewebe Myc-Protein an und innerhalb von durchschnittlich zwölf Wochen entwickelten sämtliche Versuchstiere wieder aggressiven Leberkrebs. Einige der Zellen hatten also auch in gesunder Form das schädliche Teilungspotenzial von Krebszellen beibehalten.
Abschalten konnten die Wissenschaftler das diesem Potenzial zugrunde liegende Gen, indem sie dem Mäusefutter ein Antibiotikum zusetzten. Das Myc-Gen der Mäuse war so verändert worden, dass es auf den Wirkstoff Doxyzyklin reagierte. Nun möchte das Team einen Wirkstoff finden, der auf diese Weise auf das Myc-Gen von Krebspatienten wirkt und zu ihrer Behandlung eingesetzt werden könnte.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier

