Physiker spielen «Nano-Gitarre»
16.09.2004
Herausgeber: netzeitung.de
In der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» beschreiben die Forscher, wie sie diese «Nano-Saite» zum Schwingen brachten. Die eingesetzten Nanoröhren waren nur etwa vier Nanometer (Millionstel Millimeter) breit und anderthalb Mikrometer (Tausendstel Millimeter) lang. Sie wurden so zwischen zwei Elektroden über einer leitenden Siliziumplatte gespannt, dass sie ähnlich einer Kette zwischen zwei Pfosten etwas durchhingen.
Wurde nun eine Spannung angelegt, zog sie die Nanoröhre zur Siliziumplatte. Durch Anlegen einer Wechselspannung wurde die Nanoröhre abwechselnd angezogen und abgestoßen. Auf diese Weise ließen die Forscher sie mit Frequenzen zwischen drei und zweihundert Millionen mal pro Sekunde schwingen.
Da die Schwingungsfrequenz von der Masse des schwingenden Gegenstands abhängt, könnte der Nano-Oszillator auch eingesetzt werden, um Massen zu bestimmen. Fügte man der Nanoröhre eine geringe Masse zu würde sich ihre Schwingungsfrequenz verändern. Die Masse des Zugefügten könnte auf diese Weise gemessen werden. Auf diese Weise wurden mit bisherigen Siliziumstab-Oszillatoren etwa Viren und Bakterien gewogen. Der jetzt entwickelte Oszillator könnte als feinere Waage dienen. «Dieser ist so viel kleiner, dass wir vielleicht einzelne Atome wiegen könnten», sagt McEuen.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier

