Mumie berührungslos «ausgewickelt»
Aus den bis zu 0,6 Millimeter dicken Scheiben, die die einzelnen Aufnahmen lieferten, konnte im Computer ein dreidimensionales Abbild des Körpers zusammengesetzt werden. Wie die Forscher in der September-Ausgabe des Magazins «American Journal of Roentgenology» berichten, fertigten sie anhand des 3-D-Bildes ein Modell des Gesichtes an.
Diese Rekonstruktion ließ die Wissenschaftler auf ein Alter von etwa 45 Jahren schließen, das Harwa zum Zeitpunkt seines Todes erreicht hatte. Sogar ein Leberfleck auf der linken Schläfe konnte nachgewiesen werden. Hinweise auf weitere Details wie die Kopfbehaarung, den Bartwuchs und die Hautfarbe ergab die Computertomographie jedoch nicht. Auch wie füllig das Gesicht des Mannes zum Zeitpunkt seines Todes war, bleibt unklar. Denn im Gegensatz zu Muskel- und Hautgewebe hinterlässt das Unterhautfett im Gesicht keine Spuren auf dem Schädel.
Die Rekonstruktionsmethode, die auch die Polizei nutzt um das Aussehen etwa von Verbrechensopfern zu bestimmen, könne auch in der Anthropologie und der Medizin eingesetzt werden. «Anthropologen können mehr über die Individuen in uralten Gesellschaften erfahren und Mediziner mehr über die Krankheiten, unter denen sie litten», sagt Cesarani. (nz)

