25. Aug 2004 13:28
Fischfang, Abfälle, eingeschleppte Tiere und zunehmender Schiffsverkehr bedrohen die Barentssee – mangels Gesetzgebung, berichten die Vereinten Nationen.
In dem am gestrigen Dienstag vorgelegten Report wird prognostiziert, dass der Transportverkehr für in der Region gefördertes Öl und Gas bis zum Jahr 2020 auf das Sechsfache seines heutigen Umfangs ansteigen werde. «Die Förderung und der Transport entlang der Küste stellen eine ernsthafte Bedrohung dieses empfindlichen arktischen Ökosystems dar», sagte der Unep-Direktor Klaus Töpfer. Die Zunahme des Verkehrs erhöhe das Risiko von Schiffsunglücken, bei denen Öl auslaufen könne. Dieses Risiko müsse mit Planungen für die Erhöhung der Sicherheit und die Reaktionsmöglichkeiten auf ein Unglück begrenzt werden.Der dritte Risikofaktor seien radioaktive Abfälle, die in der Region gelagert werden. Laut des Berichts gibt es dort mehr Endlager als in jedem anderen Teil der Welt. Zwar sei die radioaktive Belastung momentan gering und stelle keine Gefährdung etwa für die Umwelt dar, doch müssten Strategien entwickelt werden, dies auch in der Zukunft gewährleisten zu können.
Als vierte wird in dem Bericht die Gefährdung des Ökosystems durch eingeschleppte Arten genannt. Fremdorganismen gelangten etwa durch das Ablassen von Wasser aus Ballasttanks von Transportschiffen in die Barentssee. Das Artengefüge sei jedoch auch durch die willentliche Freisetzung der pazifischen Kamtschatkakrabbe Paralithodes camtschaticus verändert worden.Nachdem sich die Tiere stark vermehrt hatten, nahmen sowohl ihre Bestände als auch die konkurrierender Arten ab. Der Anteil kranker Tiere habe zugenommen und Fischparasiten, die die Krabben als Zwischenwirte befallen, seien verbreitet worden. Dies könnte zum Rückgang kommerziell wichtiger Fischbestände beitragen. (nz)