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Stammzellen für Diabetes-Therapie entdeckt

23. Aug 2004 10:21
Bauchspeicheldrüse: Zellen der so genannten Langerhansschen Inseln bilden das Hormon Insulin.
In der Bauchspeicheldrüse haben Forscher Stammzellen gefunden, die Diabetes-Kranke von der Notwendigkeit befreien könnten, Insulin zu spritzen.

Forscher haben bei Mäusen Stammzellen im Gewebe der Bauchspeicheldrüse entdeckt, die möglicherweise zur Diabetes-Therapie eingesetzt werden könnten. Wie das kanadische Team jetzt berichtet, können diese Stammzellen nicht nur Insulin-produzierende Zellen bilden.

«Aufregende Entdeckung»

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Das Gewebe der Bauchspeicheldrüse, das das Stoffwechselhormon Insulin bildet, wird nach seinem Entdecker Paul Langerhans Langerhanssche Inseln genannt. Die darin enthaltenen etwa eine Million B-Zellen sind mit der Abgabe des Hormons an der Regulation des Blutzucker-Spiegels beteiligt. Bei einigen Diabetes-Kranken haben sie ihre Funktion jedoch eingestellt oder produzieren keine ausreichenden Mengen des Insulins. Diesen Patienten könnte durch die Vermehrung körpereigener B-Zellen geholfen werden.

«Es wurde schon seit geraumer Zeit intensiv nach Bauchspeicheldrüsen-Stammzellen gesucht», sagt Simon Smukler, einer der Forscher von der University of Toronto in Kanada. Die Entdeckung von Vorläuferzellen, die neue B-Zellen produzieren könnten, sei sehr aufregend. Möglicherweise könnten die Stammzellen erwachsenen Diabetes-Patienten entnommen und außerhalb des Körpers zur Bildung von Bauchspeicheldrüsen-Gewebe gebracht werden. Dieses könnte den Patienten eingepflanzt werden und die Insulin-Produktion verstärken.

Bauspeicheldrüse und Gehirn

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Abstoßungsreaktionen wären bei einer solchen Transplantation nicht zu befürchten, da körpereigenes Gewebe verpflanzt wird. Auf die umstrittene Technik des Therapeutischen Klonens zur Gewinnung von Stammzellen aus eigens dazu erzeugten Embryonen könnte verzichtet werden. Die Stammzellen könnten dem Patienten selbst entnommen werden. Das Team um Smukler will nun in weiteren Studien die Wandel- und Vermehrungsfähigkeit der gefundenen Zellen testen.

Wie die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des Magazins «Nature Biotechnology» berichten, stellten sie bereits fest, dass die isolierten Stammzellen sich nicht nur zu B-Zellen, sondern auch zu Neuronen entwickelten. Nach heutiger Auffassung teile sich im Frühstadium der menschlichen Embryonalentwicklung eine Gruppe Zellen in Gehirn-bildende und Bauspeicheldrüse-bildende Zellen auf, sagt Smukler. Wahrscheinlich können die Bauchspeicheldrüsen-Stammzellen daher auch Nervenzellen bilden. (nz)

 
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