Der Tyrannosaurus Rex erreichte seine beachtliche Körpergröße durch einen enormen Wachstumsspurt im jugendlichen Alter von 14 bis 18 Jahren. Rund 70 Prozent des Gewichts eines ausgewachsenen Tyrannosaurus von über fünf Tonnen legten die jugendlichen Saurier in diesem Alter zu. Am Tag war das eine Gewichtszunahme von über zwei Kilogramm. «Mysterium der Paläontologie»
Beiden ist es mit einem Team von nordamerikanischen Paläontologen gelungen, ein genaues Bild davon zu zeichnen, wie Tyrannosaurus Rex in wenigen Jahren sein Wachstum beschleunigte. Ihre Ergebnisse haben sie jetzt in «Nature» vorgestellt. Von den vier Typen von Tyrannosauriden zeigte der T. Rex die größte und vor allem eine zeitweise enorm steile Wachstumskurve. Seine kleineren Verwandten zeigten zwar auch im jugendlichen Alter ein beschleunigtes Wachstum, nahmen aber nur bis zu 480 Gramm täglich zu. Schnell leben, jung sterben
Die Forscher gewannen ihre Ergebnisse anhand von mehr als 60 Knochen von 20 verschiedenen Fossilien vier nahe verwandter Saurier aus der Familie der Tyrannosauriden. Alle lebten in der späten Kreidezeit in Nordamerika. Unter ihnen war auch das 67 Millionen Jahre alte Fossil des größten und mit 28 Jahren ältesten Exemplars eines Tyrannosauriers, bekannt unter dem Namen Sue. Das Saurier-Weibchen erreichte neun Jahre vor ihrem Tod ihre endgültige Größe, was darauf hinweist, dass Tyrannosaurier erst im letzten Drittel ihrer Lebenszeit ausgewachsen waren. «Wir wissen jetzt, dass T. Rex schnell lebte und jung starb», sagte Erickson. Um die Wachstumsmuster und die Lebensdauer der Raubsaurier zu bestimmen, zählten Saurierforscher Wachstumsringe. Wie die Jahresringe vieler Bäume weisen die Knochen vieler Saurier ebenfalls jährliche Wachstumsringe auf. Sie berechneten die Körpergröße, indem sie dem Umfang des Oberschenkelknochens ausmaßen und mit diesen beiden Daten die Wachstumskurven entwarfen. Bisher war es ein Problem, die Wachstumsringe zu interpretieren, da sie sich im Laufe des Saurierlebens veränderten. In den großen Knochen der Fleisch fressenden Saurier wurden häufig die inneren Wachstumslinien durch Ausdehnung der Markhöhlen zerstört. Die Rippen von Sue
Vor zehn Jahren wären solche Untersuchungen ohnehin noch nicht machbar gewesen, da es damals noch zu wenige gut erhaltene Skelette von Tyrannosauriern gab. Die Museen hätten nie die Erlaubnis gegeben, die Knochen aufzuschneiden, um die Wachstumsringe anzuschauen. Inzwischen sind mehr als 30 Tyrannosaurier gefunden worden, so dass Museen eher bereit sind, derartige Forschung an den Knochen zuzulassen.
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