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Raubtiere stärker vom Aussterben bedroht

13. Jul 2004 11:35
Afrikanische Raubtiere wie Löwen sind stäker bedroht
Durch das Bevölkerungswachstum des Menschen ist jede vierte Säugetierart bedroht. Besonders Raubtiere sind gefährdet, zeigt eine aktuelle Studie.

Raubtierarten könnten stärker vom Aussterben bedroht sein, als bislang angenommen. Im Jahr 2030 wird eine Reihe weiterer Vertreter der Ordnung der so genannten Carnivora auf der Liste bedrohter Arten geführt werden, ergaben Modellrechnungen, die das Wachstum der menschlichen Bevölkerung mit einbeziehen.

Faktor Mensch

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«Es gibt keinen Grund für Zuversicht bezüglich des Fortbestands einer Art, nur weil diese im Moment nicht als gefährdet gilt», berichten Wissenschafler um Marcel Cardillo vom britischen Imperial College London. In der Online Ausgabe des Magazins «Public Library of Science Biology» beschreiben die Forscher ein neuartiges Modell zur Berechnung der Gefährdung einer Art. Es berücksichtigt die lokale menschliche Bevölkerungsdichte, die Bevölkerungsdichte der Tierart, ihren Fortpflanzungsrhythmus und ihr Lebensraumspektrum.

Anhand der Kombination der biologischen Daten mit der menschlichen Bevölkerungsdichte könne die Gefährdung einer Art besser bestimmt werden als anhand der beiden Faktoren allein. So sind etwa Arten, die sich langsam fortpflanzen und in vom Menschen dicht besiedelten Gebieten leben stärker gefährdet als Arten, die sich ähnlich langsam fortpflanzen aber in menschenarmen Regionen leben, sagen de Forscher.

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Aufgrund des prognostizierten starken Bevölkerungswachstums werden nach dem Modell vor allem die Bestände afrikanischer Raubtier-Arten zurückgehen. Zu den bedrohten Arten gehören Vertreter der Familie der Schleichkatzen (Viverridae), zu denen Ginster- und Zibetkatzen sowie Mungos gehören. Diese Gruppe würde bislang als wenig gefährdet eingestuft. Anstatt aber wie bislang im Artenschutz vor allem Schadensbegrenzung zu betreiben, fordern die Forscher aktive Schutzmaßnahmen zu ergreifen, bevor eine Art am Rande des Aussterbens steht.
 
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