netzeitung.deTierarten in Deutschland gezählt

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Seehunde im Wattenmeer (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Seehunde im Wattenmeer
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine Inventur der deutschen Fauna hat das Bundesamt für Naturschutz durchgeführt. Die Biologen verzeichnen «positive Trends».

Rund 48.000 Tierarten sind in Deutschland heimisch. Das ergab eine Studie, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) am gestrigen Mittwoch in Bonn vorstellte. Das weltweite Artensterben scheint Deutschland nicht zu betreffen. Im Jahr 2004 wurden hier mehr Arten nachgewiesen als noch vor zwanzig Jahren.
«Cool Spot» Deutschland
Die artenreichste Gruppe mit über 33.300 Spezies sind die Insekten. Demgegenüber erscheint die Zahl von 700 Wirbeltierarten gering. Andere Gruppen wie etwa Igelwürmer oder Eichelwürmer sind jedoch nur mit einer Art vertreten. Im Vergleich zu den «Hot Spots» der biologischen Vielfalt in den tropischen Regionen der Erde gehört Deutschland zu den artenärmeren Gebieten. Dies hänge mit seiner erdgeschichtlichen Entwicklung und geographischen Lage in den gemäßigten Breiten zusammen, teilte das BfN mit. So leben hierzulande nur 91 von weltweit 4500 beschriebenen Säugetierarten, in Indonesien sind es dagegen mehr als 500.

«Wenngleich Deutschland nur drei Prozent der weltweit beschriebenen Tierarten beherbergt, so ist unsere einheimische Artenvielfalt doch einzigartig – und insgesamt schützenswert,» sagt Hartmut Vogtmann, der Präsident des BfN. Mithilfe der jetzt erhobenen Daten könnten in Deutschland und der EU Gefährdungsursachen analysiert und Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Positive Trends
Im Vergleich zur letzten Schätzung aus dem Jahr 1984 ergab die aktuelle Bestandsaufnahme etwa 4000 Arten mehr. Die Gründe hierfür sind eine größere Genauigkeit bei der Erhebung sowie das Hinzutreten neu beschriebener Arten. Zudem sind Arten nach Deutschland eingewandert oder eingeschleppt worden.

Zwar sei das weltweit beklagte Aussterben von Arten in Deutschland anhand der Untersuchung nicht festzustellen, sagt Vogtmann, doch gingen auch hier die Bestände vieler Arten dramatisch zurück. Dennoch: «Es gibt auch wieder positive Trends, wie etwa bei Schwarzstorch und Seehund», sagt Vogtmann. Dies müsse bei allen Tierarten in Deutschland geschafft werden. (nz)