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Hirnaktivität des Zurechtfindens beobachtet

09. Jun 2004 11:46
Hirnaktivität (rot) beim Anblick von Landmarken
Wie sich der Mensch seinen Weg durch unbekannte Gebiete merkt, haben Forscher jetzt untersucht. Bewusster Hirnarbeit bedarf es dazu offenbar nicht.

Der Mensch am Scheideweg: Um sich in einem fremden Gebiet nicht zu verlaufen, müssen Objekte entlang des Weges als Landmarken im Gedächtnis gespeichert werden. Auf welche Weise der Mensch eine Entscheidung trifft, wenn sich der Weg teilt, haben Forscher jetzt untersucht.

Navigation im Spielzeugmuseum

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Gabriele Janzen und Miranda van Turennout vom Max-Planck-Institut (MPI) für Psycholinguistik und dem FC Donders Centrum für Cognitives Neuroimaging in Nijmegen in den Niederlanden haben die Hirnaktivität des Zurechtfindens mithilfe der Magnet-Resonanz-Tomographie untersucht. Dieses bildgebende Verfahren macht sichtbar, welche Hirnregionen bei bestimmten Anforderungen aktiv werden. In früheren Untersuchungen wurde bereits gezeigt, dass dies bei der räumlichen Navigation eine Region im Temporallappen des Gehirns ist, der so genannte parahippocampale Gyrus. Wie die Forscher jetzt im Magazin «Nature Neuroscience» berichteten, verarbeitet dieser Hirnteil Landmarken automatisch nach Relevanz.

Die Wissenschaftlerinnen führten Versuchspersonen mit einem Film durch ein virtuelles Museum. Es galt, sich Objekte entlang der Route zu merken. Die Objekte befanden sich auf Tischen an der Wand und waren zu gleichen Teilen an Entscheidungspunkten wie Kreuzungen und an einfachen Biegungen aufgestellt, an denen keine Möglichkeit bestand, einen falschen Weg zu wählen. Um auszuschließen, dass die Testpersonen den Entscheidungspunkten besondere Aufmerksamkeit widmen, war ihnen eine weitere Aufgabe gestellt worden: Sie sollten sich speziell alle im Museum verteilten Spielzeuge gut merken. Diese waren je zur Hälfte an Entscheidungs- und Nicht-Entscheidungspunkten verteilt.

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Anschließend wurden den Testpersonen die Gegenstände einzeln vor einem weißen Hintergrund präsentiert. Die Probanden lagen bei diesem Test im Magnet-Resonanz-Tomographen und sollten bei jeder Abbildung per Tastendruck angeben, ob sie sich erinnerten, den betreffenden Gegenstand entlang ihrer Route gesehen zu haben oder nicht.

Unabhängiger Mechanismus

Mehr im Internet:
Wie die Max-Planck-Gesellschaft am heutigen Mittwoch mitteilte, beobachteten die Wissenschaftlerinnen bei Gegenständen, die an Entscheidungspunkten platziert waren, eine stärkere Aktivität im parahippocampalen Gyrus als bei den anderen Objekten. Dies galt unabhängig davon, ob es sich um Spielzeug handelte. Die Speicherung navigationsrelevanter Information erfolgt unabhängig von Aufmerksamkeitsprozessen, sagen die Forscher. Der parahippocampale Gyrus zeigte auch bei vergessenen Landmarken die gleiche verstärkte Aktivität. Das Gehirn kann Entscheidungspunkte und Objekte demnach auch unabhängig von bewussten Erinnerungsprozessen verbinden.

Wichtige räumliche Information wird also automatisch im Gedächtnis gespeichert und kann ohne bewusste Wiedererkennung aktiviert werden, schließen die Wissenschaftlerinnen. Dieser neuronale Mechanismus sei die Basis, auf der wir durch unsere Umgebung navigieren können. (nz)

Ansichten des virtuellen Museums: links ein mit einem Spielzeug markierter Entscheidungspunkt, rechts eine einfache Wegbiegung ohne Navigations-Relevanz.
 
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