04. Jun 2004 10:28
Unter ungünstigen Umwelt-Bedingungen verlieren Korallen ihre pflanzlichen «Mitbewohner». Doch die Algen können nach der Bleiche zurück kehren.
Bei der Bleiche, die etwa durch zu hohe Wassertemperaturen ausgelöst werden kann, stoßen die tierischen Organismen Algen aus, mit denen sie in Symbiose lebten. Verbessern sich die Umweltbedingungen wieder, können Korallen neue Algen-Symbionten aus ihrer Umgebung aufnehmen. Das berichten Mary Alice Coffroth und Cynthia Lewis von der University at Buffalo im US-Bundesstaat New York in der aktuellen Ausgabe des Magazins Science.Die Forscher setzten karibische Weichkorallen zwölf Wochen Dunkelheit aus. Die tierischen Polypen stießen in dieser Zeit etwa 99 Prozent der ihrer einzelligen Algen aus. Durch die durchscheinenden Zellen der Polypen wird dann das weiße Kalkskelett der Korallen sichtbar, weshalb der Prozess als Bleiche bezeichnet wird. Die Polypen können auch alleine überleben, ihr Wachstum hängt aber stark von den pflanzlichen Symbionten ab, die Photosynthese betreiben und die tierischen Zellen mit Nährsatoffen versorgen.
Im Anschluss an Dunkelphase wurden die Korallenbecken wieder beleuchtet und die Wissenschaftler fügten dem Wasser Algen zu. Nach sechs Wochen untersuchten sie die Korallen auf neue Mitbewohner, die sie aus dem Wasser aufgenommen haben könnten.
Dass sich Korallen von der Bleiche erholen können, war bereits bekannt. Unklar war jedoch, ob die Rückkehr der Algen vom Überleben und der Vermehrung der ursprünglichen Symbionten abhängt. Coffroth und Lewis fanden, dass sich die Algen in den Korallen wieder vermehrt hatten. «Die Symbiose hatte begonnen, sich selbst wieder herzustellen», sagt Lewis. Die Forscher wiesen nach, dass die Korallen die Algen aus ihrer Umgebung aufgenommen haben.«Das ist ein Mechanismus zur Widerstandsfähigkeit gegen wechselnde Umweltbedingungen», sagt Coffroth. Die Autorinnen warnen jedoch davor, die Erholung einzelner Korallen in ausgebleichten Riffen als Anzeichen der Gesundung des gesamten Ökosystems zu werten.