netzeitung.deWHO untersucht Ebola-Ausbruch im Sudan

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Das Ebolavirus wird aufgrund seiner fadenförmigen Struktur den so genannten Filoviren zugeordnet. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Das Ebolavirus wird aufgrund seiner fadenförmigen Struktur den so genannten Filoviren zugeordnet.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Süden der Republik Sudan ist das Ebola-Fieber ausgebrochen. Die WHO versucht nun den Ausbruch der Virus-Infektion einzudämmen.

Die World Health Organization (WHO) bestätigt einen Ausbruch des Ebola-Fiebers im Sudan. Bislang sind vier Menschen in der Umgebung der Stadt Yambio an der Virus-Infektion gestorben. Reise- oder Handelsbeschränkungen sind nach Angaben der WHO bislang nicht notwendig.
Begrenzter Ausbruch
Der Gesundheitsbehörde der Stadt Yambio im Süden des Landes sind insgesamt 19 Fälle des hämorrhagischen, Blutungen auslösenden, Fiebers bekannt. Das kenianische Medical Research Institute und die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) bestätigten den Nachweis des Ebola-Virus, teilte die WHO am gestrigen Montag mit.

Die WHO hat nun einen Krisenstab von Vertretern der Unicef, der Organisation «Ärzte ohne Grenzen» der Kirche und weiterer Nicht-Regierungs-Organisationen einberufen, um den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen. Der Krisenstab versucht nach zu verfolgen, mit welchen Personen Infizierte in Kontakt gekommen sind. Bislang scheint der Ausbruch auf das Gebiet um Yambio beschränkt zu sein.

Humanitäre Notlage
Eine Ausweitung der Infektionswelle auf weitere Teile des Landes würde die humanitäre Lage in dem nordostafrikanischen Staat weiter verschlechtern. Im Westen des Sudans sind zur Zeit Millionen Menschen aufgrund fortdauernder Auseinandersetzungen von Regierungstruppen mit Rebellen auf der Flucht. Mehr als 100.000 Menschen sind nach Angaben der Uno über die Grenze in den Tschad geflohen. Hilfstransporte in die Region sind zur Zeit blockiert. Sollte die Regierung des Sudan den Weg für Hilfsgüter nicht frei machen, drohe eine Hungerkatastrophe, erklärte kürzlich ein Sprecher von «Ärzte ohne Grenzen» in Berlin.

Die Übertragung des nach seinem ersten Auftreten am Ebola-Fluss in Zaire benannte Virus erfolgt über Körperflüssigkeiten und erfordert engen Kontakt mit Erkrankten. Besonders gefährdet ist daher medizinisches Personal, das Kranke versorgt. In fünf bis acht von zehn Fällen verläuft die Krankheit tödlich. Das Ebola-Virus wurde erstmals 1976 in Zaire, später auch in der Demokratischen Republik Kongo, in Gabun, an der Elfenbeinküste, in Uganda und im Sudan nachgewiesen. Das Virus wurde wahrscheinlich von Tieren auf den Menschen übertragen. Welche Art das natürliche Reservoir für das Virus bildet, ist bislang allerdings unklar.


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier