18. Mai 2004 11:20
Immer mehr Menschen leiden an Diabetes. Offenbar kann diese Krankheit auch den Verlauf geistiger Erkrankungen beeinflussen.
Forscher von der Rush University in Chicago im US-Bundesstaat Michigan haben den Zusammenhang des Diabetes mit Demenz-Erkrankungen untersucht. Aus der so genannten Ordensstudie an 824 katholischen Nonnen und Priestern werteten sie Daten aus, die über einen Zeitraum von fünf Jahren gesammelt worden waren. Im Laufe der Untersuchung wurde bei 151 der Probanden die Alzheimer Krankheit diagnostiziert, 31 davon litten am Diabetes.Die Forscher um Zoe Arvanitakis haben daraus ein um bis zu 65 Prozent erhöhtes Alzheimer-Risiko der Diabetes-Kranken berechnet. Wie sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Archives of Neurology» berichten, gebe es bereits Hinweise auf einen Zusammenhang der Stoffwechselkrankheit mit dem Abnehmen geistiger Fähigkeiten.
Im Vergleich zu Gesunden erzielten die Diabetes-Kranken bereits zu Beginn der Studie bei kognitiven Testaufgaben durchschnittlich geringere Werte. Im Verlauf der Untersuchungszeit nahm ihre Auffassungsgeschwindigkeit um rund 44 Prozent schneller ab, fanden die Mediziner heraus. Andere geistige Fähigkeiten wie etwa das Gedächtnis für Worte und Ereignisse, die Verarbeitungs-Geschwindigkeit und das räumliche Erkennungs-Vermögen entwickelten sich bei den beiden Gruppen nicht unterschiedlich.«Wir haben heraus gefunden, dass Diabetes mit dem Abnehmen einiger geistiger Fähigkeiten zusammenhängt, mit dem anderer dagegen nicht», sagt Arvanitakis. Da sich alle Probanden bereit erklärt hätten, nach ihrem Tod ihr Gehirn der Forschung zur Verfügung zu stellen, könnten die Mediziner auch die pathologischen Ursachen des geistigen Verfalls untersuchen und der Frage nach gehen, inwieweit der Diabetes Ursache dieser Veränderungen ist. (nz)