12. Mai 2004 11:03
Wahrscheinlicher Zusammenhang: Altersdiabetes und der Konsum raffinierten Zuckers haben in der Vergangenheit parallel zugenommen.
Bei etwa neunzig Prozent der Diabetes-Betroffenen ist die Krankheit nicht angeboren. Dieser so genannte Typ-2-Diabetes setzt meist im fünften Lebensjahrzehnt ein, wird aber bei Übergewichtigen auch schon im Jugendalter diagnostiziert. Bei der Krankheit reagieren Körperzellen nicht mehr auf das Zuckerstoffwechsel-regulierende Hormon Insulin. Dies wird als Folge eines dauerhaft erhöhten Blutzucker- und Insulinspiegels im Blut angesehen.Forscher um Simin Liu von der Harvard University in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts haben jetzt Daten über die Ernährung in den USA ausgewertet. Sie verglichen die Entwicklung der Menge und Zusammensetzung der zwischen 1909 und 1997 konsumierten Lebensmittel mit dem Auftreten des Typ-2-Diabetes.
Wie die Mediziner in der aktuellen Ausgabe des Magazins «American Journal of Clinical Nutrition» berichten, nahm die Zahl der Diabetes-Kranken mit der konsumierten Kalorienmenge pro Kopf zu. Doch die Aufnahme von Fetten und Proteinen ist nicht die Ursache des Anstiegs, sagt Liu. Dieses Ergebnis stellt die weit verbreitete Annahme infrage, dass Fett der Hauptverursacher ernährungsbedingter Krankheiten sei.
Die deutlichsten Zusammenhänge des Diabetes zur Ernährung bestünden zum Rückgang der Ballaststoff- und zur Zunahme der Glucosesirup-Aufnahme, berichten die Mediziner. Mit diesem aus Mais gewonnen raffinierten Zucker würden viele Lebensmittel gesüßt, berichtet der Online-Dienst des Magazins «Nature». Die gesüßten Speisen ließen den Blutzucker stark ansteigen und führten auf Dauer zur Insulin-Resistenz der Körperzellen.Lius Studie ist kein Beweis, dass Maissirup der Hauptverursacher des Typ-2-Diabetes ist. Sie stärkt jedoch die Hypothese, dass Zucker, aber auch Kohlehydrate aus weißem Reis und weißem Mehl das Risiko für Übergewicht und Diabetes erhöhen. (nz)