05. Mai 2004 10:42
Gleiche Verbreitung, ernstere Folgen: Der Konsum von Marihuana in den USA blieb im vergangenen Jahrzehnt konstant, doch negative Folgeerscheinungen nahmen zu.
Forscher um Wilson Compton vom National Institute on Drug Abuse in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland haben zweimal im Abstand von zehn Jahren Interviews mit jeweils etwa 43.000 US-Bürgern geführt. Der festgestellte Anteil von Marihuana-Konsumenten war in beiden Befragungen mit rund vier Prozent etwa gleich hoch, berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Journal of the American Medical Association».Die stärksten Zunahmen gab es bei jungen schwarzen Frauen und Männern und jungen Männern mittel- oder südamerikanischer Abstammung. Negative Folgen des Konsums haben unabhängig von der Konsumfrequenz oder -menge zugenommen. Der Anteil des als Missbrauch oder Abhängigkeit eingestuften Konsums stieg unter den Marihuana-Rauchern von 1,2 auf 1,5 Prozent.
Negative Folgen des Konsums haben unabhängig von der Konsumfrequenz oder -menge zugenommen. Dies könnte auf einer gegenüber früher stärkeren Wirkung der Droge beruhen, vermuten die Forscher. Sie schlagen vor, möglichst schnell Anti-Drogen-Programme speziell für die jüngeren Bevölkerungsschichten zu konzipieren und zu testen.Marihuana ist seit Jahrzehnten die weitest verbreitete illegale Droge in den USA. Daher sind auch die von der Droge hervorgerufenen Störungen die häufigsten. Der Konsum ist verbunden mit herabgesetztem Bildungserfolg, verminderter Produktivität am Arbeitsplatz, einem erhöhten Risiko des Missbrauchs weiterer Substanzen sowie Schädigungen des Atmungs- und des Herz-Kreislauf-Systems. Die Konsumenten sind zudem häufiger an Autounfällen beteiligt.