04. Mai 2004 12:13, ergänzt 13:00
Forscher haben untersucht, inwieweit sich heute die Familiengründung in den neuen Bundesländern von der in den alten Ländern unterscheidet.
Ostdeutsche Mütter sind heute seltener verheiratet und jünger als westdeutsche, berichten Michaela Kreyenfeld und Dirk Konietzka vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock. In der Aprilausgabe des Informationsblattes «Demografische Forschung aus erster Hand» beschreiben sie, wo weitere Unterschiede zwischen Deutschland Ost und West bestehen.Die Maßzahl zur Beschreibung der Geburtenentwicklung ist die zusammengefasste Geburtenziffer. Sie gibt die – so weit bestimmbar – endgültige Kinderzahl pro Frau an. Die Geburtenziffer scheint sich in Ost und West anzugleichen. Ostdeutsche Frauen gründen seit 1990 ihre Familien später als zu DDR-Zeiten. Dadurch gingen die jährlichen Geburtenziffern zunächst von 1,52 im Jahr 1990 auf 0,8 im Jahr 1994 zurück. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre stieg die ostdeutsche Geburtenziffer wieder an. Im Jahr 2000 lag sie in den alten Ländern bei 1,4 und in den neuen Ländern bei 1,2.
Eine Ost-West-Angleichung des Alters bei der Familiengründung ist bislang nicht eingetreten. Im Unterschied zur populären Vorstellung eines «Geburtendefizits» haben die Frauen der jüngeren Jahrgänge im Osten weder seltener noch später, sondern früher als die im Westen ihr erstes Kind bekommen.